Berlin : 1. Mai: Linke Szene ist sich einig

Gemeinsamer Aufruf zur „Revolutionären Demo“

Trotz der schwachen Beteiligung an der Anti-EU-Demo am Sonntag verkündete die linke Szene gestern eine neue „Einigkeit“ bei den Demonstrationen am 1. Mai. „Verschiedene linke Gruppen haben sich zusammengerauft“ sagte Sandra Franz von der Berliner Anti-Nato- Gruppe (Bang). So wird die „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ in diesem Jahr von verschiedenen Gruppen getragen, angemeldet wurde sie von Michael Kronewetter von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB). Die Demo ab 18 Uhr soll teilweise durch das vom Bezirksamt organisierte „Myfest“ führen, die Polizei wird diesen Teil der Route wie in den Vorjahren deshalb verbieten, hieß es in der Behörde. Neu ist in diesem Jahr, dass die um 13 Uhr beginnende Demo, die sich ebenfalls „revolutionär“ nennt, am Startpunkt der 18-Uhr-Demo enden soll – die Teilnehmer sollen also nahtlos weiterziehen können. Sebastian Lorenz von der ALB sagte, dass deshalb bis zu 8000 Teilnehmer erwartet werden.

Um die 18-Uhr-Demo hatte es in den Vorjahren regelmäßig Streit gegeben. 2005 und 2006 waren Autonome „spontan“ ohne Anmeldung durch das verhasste Maifest gezogen. Wie berichtet, ärgern sich Kreuzberger Autonome über den Erfolg des Myfests, das erfunden worden war, um die Mai-Krawalle zu befrieden. Während die „Bang“ in einer Mitteilung erneut gegen das Fest polemisierte, erkennt die ALB das Fest mittlerweile an, sagte ihr Sprecher Lorenz. Vor zwei Jahren war Bang-Aktivist Gunnar Krüger am 1. Mai festgenommen worden, weil er aus Sicht der Polizei zur Störung des Festes aufgerufen hatte. Die Polizei wollte die neue Situation am 1. Mai gestern noch nicht bewerten. Unterdessen wurde bekannt, dass der ALB-Aktivist Michael Kronewetter am Sonntag nur knapp der Festnahme entgangen ist. Er soll in der Torstraße bei der Demo gegen die EU von Beamten einer Hundertschaft aus Nordrhein-Westfalen überprüft werden, dabei war es zu heftigen Wortgefechten gekommen.

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