Berlin : 19 Millionen für Neubau der Topographie

Bund und Land Berlin einigen sich über Kosten

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Für insgesamt 19 Millionen Euro soll der Neubau für das NS-Dokumentationszentrum der Topographie des Terrors an der Niederkirchnerstraße entstehen. Bund und Land Berlin haben jetzt eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Demnach wird das Gebäude 15 Millionen Euro kosten, die Außenanlagen vier Millionen Euro. Bund und Land teilen sich das Geld. Das Bauwerk soll bis zum 8. Mai 2010, dem 65. Jahrestag des Kriegsendes, fertiggestellt sein. Baubeginn ist voraussichtlich im Spätsommer.

Geplant ist ein quaderförmiges, verglastes, pavillonartiges Gebäude mit einer Nutzfläche von 3500 Quadratmetern in Erd- und Untergeschoss. Andreas Nachama, Geschäftsführer der Topographie-Stiftung, erwartet nun vor Baubeginn „keine größeren Probleme“ mehr.

Den Architektenwettbewerb hatten, wie berichtet, 2006 Ursula Wilms aus dem Berliner Büro Heinle, Wischer und Partner und der Landschaftsarchitekt Heinz Hallmann gewonnen. Noch wird an Details gearbeitet. Der Ausstellungsgraben an der Mauer, das Bodendenkmal (Zellenböden des Gestapo-Hausgefängnisses) und der sogenannte Küchenkeller der SS-Verpflegungsbaracke werden in die Planungen einbezogen. Das Bundesfinanzministerium will die bisherige Haushaltssperre für das Projekt aufheben und hat den Haushaltsausschuss um Einwilligung gebeten.

Die Vereinbarungen mit dem Land Berlin betreffen nicht nur die Kosten des Neubaus, sondern auch Aufwendungen für das abgebrochene Bauvorhaben des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Der Bau unter Landesregie, der ursprünglich im Jahr 2000 eröffnet werden sollte, war nach drastischen Kostensteigerungen 2004 gestoppt worden. Ob 15 oder 17 Millionen Euro in das Zumthor-Projekt einschließlich Abriss flossen, hängt vom Ausgang eines Rechtsstreits ab. Da das Land als Bauherr des früheren Entwurfs Geld bezahlte, will der Bund den Neubau in diesem und nächsten Jahr zunächst allein finanzieren. Er übernimmt auch die Planung. Berlin will 2009 etwa 7,7 Millionen Euro bereitstellen. Die Kostenobergrenze für die Ersteinrichtung liegt bei vier Millionen Euro.

Die Gesamtkosten – Neubau einschließlich früherer Aufwendungen – sollen 38,5 Millionen Euro nicht übersteigen. Die bauliche Unterhaltung und der Betrieb des geplanten Neubaus sind Aufgabe der Stiftung und von der Vereinbarung zwischen Bund und Land ausgenommen. C. v. L.

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