• 200.000 Angehörige betroffen: Berliner Grüne fordern Corona-Tests in der häuslichen Pflege

200.000 Angehörige betroffen : Berliner Grüne fordern Corona-Tests in der häuslichen Pflege

Der Senat will Mitarbeiter von Pflegeheimen testen, pflegende Angehörige aber nicht. Die Grünen wollen das ändern – und schlagen weitere Verbesserungen vor.

Schätzungsweise 200.000 Berliner pflegen Angehörige zuhause.
Schätzungsweise 200.000 Berliner pflegen Angehörige zuhause.Foto: Christophe Gateau/dpa

Die Berliner Grünen fordern, dass Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden, und pflegende Angehörige auch in die Corona-Teststrategie einbezogen werden. In der vom Senat kürzlich verabschiedeten Strategie werden lediglich Pflegeheime berücksichtigt.

Für die Mitarbeiter in den 600 Pflegeeinrichtungen sind einmalige Tests vorgesehen. Allerdings werden von den 135.700 Pflegebedürftigen rund 78 Prozent in der häuslichen Umgebung versorgt. In Berlin gibt es schätzungsweise 200.000 pflegende Angehörige.

Die Grünen-Fraktion verabschiedete am Dienstagabend das Papier „für eine gute Pflege in der Corona-Krise“ mit kurzfristigen Maßnahmen. „Wir wollen, dass Pflegebedürftige und pflegende Angehörige stärker als bisher in Entscheidungen mit einbezogen werden“, sagte Fatos Topac, Sprecherin für Sozial- und Pflegepolitik.

Dazu zählen Besuchsregelungen, aber auch der Wille von Pflegebedürftigen, was im Falle einer Covid-19-Erkrankung zu tun ist. Patientenverfügungen sollten aktualisiert werden.

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Damit Pflegebedürftige soziale Kontakte halten können, fordern die Grünen, dass alle Einrichtungen mit Wlan ausgerüstet werden. „Entgegen der Behauptung der Gesundheitsverwaltung haben nicht alle Einrichtungen Wlan“, sagte Topas. Tagespflegeeinrichtungen bieten bisher nur einen Notbetrieb an.

In Berlin gibt es 2275 Tagespflegeplätze in 111 Einrichtungen. Die Gelder für die Tagespflege liegen bei den Pflegekassen. Die Grünen fordern, dass ein Teil des Geldes den pflegenden Angehörigen zur Verfügung gestellt wird. Das Land Berlin will einen entsprechenden Vorschlag bei der Bundes-Gesundheitsministerkonferenz im Juni einbringen.

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