Berlin : 5. März 1982

Vor 25 Jahren berichteten wir über Personalsorgen der Steuerbeamten

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Statt die Steuern zu erhöhen, sollten vorhandene Steuerquellen besser ausgeschöpft werden. Dies forderten auf einer Kundgebung der Berliner Steuergewerkschaft der neue Landesvorsitzende Krätzschmar und der Bundesvorsitzende Hagedorn. Betriebsprüfungen sollten verstärkt und die Wirtschaftskriminalität energischer bekämpft werden. Für rund 300 000 steuerlich erfaßte Unternehmen gibt es in Berlin knapp 600 staatliche Betriebsprüfer. Statistisch treibe jeder von ihnen im Jahr 550 000 DM zu wenig gezahlte Steuern ein. Bei häufigeren Betriebsprüfungen könne das Gesamtaufkommen erheblich gesteigert werden. Im Durchschnitt werde jeder Großbetrieb alle viereinhalb Jahre, Kleinstbetriebe nur alle 140 Jahre geprüft. Weil die Steuerbeamten sich selbst finanzierten und für den größten Teil der Staatseinnahmen sorgten, sei eine Stellenkürzung in diesem Bereich „unsinnig“, sagte Hagedorn. Im letzten Jahr wurden bei den Finanzämtern in Berlin 157 Stellen gestrichen, in diesem Jahr sollen weitere 58 wegfallen. Dies führe zu einer „Selbstkastration des Fiskus“, sagte der Landesvorsitzende Krätzschmar. Beide forderten auch einfachere Steuergesetze für die Bürger und für die Verwaltung. In dem Berliner Lanesverband sind rund 3300 Mitarbeiter der Steuerverwaltungen organisiert.

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