• Aktion beim Geflügelproduzenten Wiesenhof: Dutzende Tierschützer besetzen Schlachthof bei Berlin
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Aktion beim Geflügelproduzenten Wiesenhof : Dutzende Tierschützer besetzen Schlachthof bei Berlin

Tierschützer haben einen Wiesenhof-Schlachthof bei Berlin besetzt. Die Polizei beendete die Aktion, die auch Corona-Infektionen in dem Betrieb thematisiert.

Aufs Dach gestiegen. Tierschutzaktivisten haben das Dach des Wiesenhof-Schlachthofs in Niederlehme nahe Königs Wusterhausen besetzt.
Aufs Dach gestiegen. Tierschutzaktivisten haben das Dach des Wiesenhof-Schlachthofs in Niederlehme nahe Königs Wusterhausen...Foto: Christoph Soeder/dpa

Mehrere Dutzend Tierschützer der Bewegung "Animal Save" haben einen Geflügelschlachthof in Niederlehme bei Königs Wusterhausen besetzt. Die Polizei sprach von rund 70 Aktivisten, die Aktivisten von bis zu 100 Teilnehmern.

Etwa zwei Dutzend Aktivisten hätten zwei Zufahrten blockiert und sich an die Tore des Wiesenhof-Betriebs gekettet, sagte eine Polizeisprecherin. Zehn Aktivisten stiegen laut Animal Save auf zwei Dächer.

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Auf Bannern stand: „Killing animals is killing us“ („Tiere töten tötet uns“). „Wir wollen, dass der Schlachthof geschlossen wird“, sagte Tierschützerin Franziska Döring. Der Betrieb war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ermittlungen gegen die Protestierenden

Die Aktivisten räumten ein Tor wieder frei, bei dem anderen Tor durchtrennten Polizeibeamte die Ketten und stellten die Identität bei 41 Tierschützern fest. Gegen die Teilnehmer werde wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Störung der Betriebsabläufe, Hausfriedensbruchs und Nötigung ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. Gegen 13.30 Uhr war die Aktion beendet.

Hintergrund der Aktion, die nicht angemeldet war, ist auch ein Coronavirus-Ausbruch. Bisher wurden in dem Gefügelhof nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald neun Corona-Infektionen gezählt, rund 700 Menschen wurden getestet. Nachdem der Betrieb täglich einen Teil der Mitarbeiter testete, war Anfang des Monats bekannt geworden, dass sich zwei Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert hatten. (dpa)

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