Aktionstage Gemeinsame Sache 2018 : Pankow sucht kräftige Helfer

Hier ist Tat- und Muskelkraft gefragt: Die Seniorenstiftung Prenzlauer-Berg sucht am Freitag Ausflugsbegleiter für ihre pflegebedürftigen Bewohner.

Helena Piontek
Annelise Kockegei (Rollstuhl) und ihre Betreuerin Marianne Milow (dunkle Jacke).
Annelise Kockegei (Rollstuhl) und ihre Betreuerin Marianne Milow (dunkle Jacke).Foto: Helena Piontek

„Ach, was freu ich mich“, sagt Annelise Kockegei und ihr Mund verzieht sich zu einem freudigen Schmunzeln. Die 80-Jährige sitzt in einem Rollstuhl im Foyer der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg und wartet. Gleich geht es in den Zoo. Eigentlich stand ein Ausflug in den Tiergarten auf dem Programm, „aber wegen des Regens gehen wir jetzt in den Zoo, da kann man auch ins Aquarium“, sagt Marianne Milow, Betreuerin in der Pflegeeinrichtung und die heutige Begleiterin von Frau Kockegei.

Ausflüge werden hier regelmäßig gemacht, wenigstens einmal pro Jahr soll jeder Bewohner dabei sein. Das braucht viele kräftige Hände, denn die 12 Senioren in Rollstühlen, brauchen 12 Betreuer, die sie schieben. Auch wenn der heutige Ausflug ohne ehrenamtlichen Helfer stattfindet, sucht die Stiftung immer nach Unterstützern, die den Bewohnern noch viele weitere Besuche im Zoo oder am Weißensee ermöglichen. Frau Kockegei weiß ganz genau, auf was sie sich am meisten freut: „Auf die Pandabären natürlich!“ hcp

Origamiseerosen zur Erinnerung an verstorbene Kinder

Das Ritual am Erinnerungsteich ist nur eines von vielen Gedenkritualen: Zwölf Ehrenamtliche haben sich getroffen, um im Rahmen des Freiwilligentages im Kinderhospiz der Björn Schulz Stiftung Seerosen aus wasserfestem Papier zu basteln. Die Origamiseerosen sind fester Bestandteil des Trauerrituals, das Eltern und Geschwister verstorbener Kinder nun schon seit 15 Jahren Halt in der Trauer gibt. Zum Erinnerungstag im Juni und am Weltgedenktag für verstorbene Kinder im Dezember werden auf die weißen Seerosen bunte Kerzen gesetzt und von den Familien auf dem Gelände der Stiftung zu Wasser gelassen. Die Stiftung begleitet die Angehörigen damit nicht nur während Diagnose und Krankheit, sondern auch weit darüber hinaus. Claudia Dinse, Öffentlichkeitsarbeit Björn Schulze Stiftung

Die Seerosen auf dem Erinnerungsteich am Erinnerungstag des Kinderhospizes der Björn Schulz Stiftung in Pankow.
Die Seerosen auf dem Erinnerungsteich am Erinnerungstag des Kinderhospizes der Björn Schulz Stiftung in Pankow.Foto: Claudia Dinse

Eine Rallye mit geflüchteten Menschen

 Auf dem Flur des fünften Stocks in der Flüchtlingsunterkunft des Unionhilfswerks in Pankow geht es hoch her. Kinderstimmen rufen durcheinander, alle paar Meter steht eine Station der Nachhaltigkeitsrally, die den Neuberlinern helfen soll, sich später außerhalb der Unterkunft besser zurecht zu finden. Wie heizt man richtig, was darf in die Toilette und wieviel Wasser verbraucht eigentlich ein Mensch – das sind hier die großen Fragen. Zwei Mädchen stehen an der Mülltrennungsstation, vor ihnen vier verschiedenfarbige Eimer.

„Aus was ist die Klopapierrolle?“, fragt die ehrenamtliche Helferin. „Plastik!“, ruft das eine Mädchen begeistert, „Quatsch, das ist doch Papier“, meint das Andere. Ab in den blauen Eimer damit. Dass nur Kinder mitmachen, stört den Organisator, Ralf Gottschalk, nicht: „Die Kinder sind unsere Botschafter in die Familien.“ Aber heute wird nicht nur gelernt, nach der Rally wartet auf alle Teilnehmer noch ein selbstgekochtes Abendessen: Chilli sin carne und Apfelkuchen. hcp

Bewohner und ehrenamtliche Helfer in der Flüchtligsunterkunft des Unionswerks in Pankow bei der Rally.
Bewohner und ehrenamtliche Helfer in der Flüchtligsunterkunft des Unionswerks in Pankow bei der Rally.Foto: Helena Piontek

Sportfest der Lebenshilfe

Mit über 1000 Teilnehmern feierte die Lebenshilfe am Samstag das Internationale Sportfest im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg. 21 Grad und blauer Himmel lockten nicht nur zahlreiche Teilnehmer, sondern auch viele freiwillige Helfer zu der inklusiven Sportveranstaltung - denn ohne würde es nicht gehen. In neun verschiedenen Disziplinen - ob Kugelstoßen, Staffellauf oder Torwandschießen - treten die Sportler an, mit einer Besonderheit: hier wird nicht gegeneinander, sondern miteinander Sport gemacht, eine Urkunde und Medaille bekommt am Schluss jeder. Die Veranstalter zeigte sich zufrieden mit dem schönen Erlebnistag und hoffen die vielen ehrenamtlichen Helfer im kommenden Jahr wieder begrüßen zu dürfen.

Die Siegerehrung des Internationalen Sportfests der Lebenshilfe im Jahnpark.
Die Siegerehrung des Internationalen Sportfests der Lebenshilfe im Jahnpark.Felix Schulz

Alle Berichte zur GemeinsamenSache finden Sie auf unsererThemenseite: www.tagesspiegel.de/berlin/sauberesache

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