Aktionstage "Gemeinsame Sache" : Damit Kinder schöner spielen können

Immer mehr Unternehmen tun Gutes. Mitarbeiter von Dussmann und Universal engagieren sich, um Kita und Spielplatz zu pflegen.

Sabine Hölper
Neuköllns Bürgermeister Hikel und das Eisbären-Maskottchen beim Besuch des von Universal gepflegten Kinderspielplatzes.
Neuköllns Bürgermeister Hikel und das Eisbären-Maskottchen beim Besuch des von Universal gepflegten Kinderspielplatzes.Foto: Bezirksamt Neukölln/Stephanus-Parmann

Meist toben hier viele Kinder, erzählen John Martinez und René Hobeck auf einer schattigen Bank auf dem Spielplatz am Richardplatz 9 in Neukölln. Hobeck sagt es mit einem gewissen Stolz. Denn sein Arbeitgeber, die Universal Dienstleistungen, ist mit dafür verantwortlich. Im letzten Frühjahr hat das Berliner Facility-Management-Unternehmen die Spielplatzpartnerschaft übernommen. Seither wird zweimal pro Woche der Müll beseitigt. Ein Blick über das weitläufige, von Bäumen gesäumte Areal bestätigt, dass hier gute Arbeit geleistet wird: Das Gelände ist sauber, nur ganz vereinzelt liegen Zigarettenstummel herum. Hier lässt es sich gut aushalten.

Immer mehr Unternehmen aus der Stadt engagieren sich für einen guten Zweck. Sie verschönern Spielplätze oder reinigen Gehwege, sie grillen mit Geflüchteten oder machen Ausflüge mit Alten. Manche Firmen legen speziell für diesen Aktionszeitraum wohltätige Programme auf. Andere wie Universal sind das ganze Jahr über im Einsatz.

Universal beschäftigt deutschlandweit knapp 700 Mitarbeiter an vier Standorten. Die Dussmann-Gruppe ist mit 6000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg sowie 64.500 weltweit der weitaus größere Mitbewerber in der Branche. Dennoch schreibt sich das Unternehmen auf die Fahne, familiengeführt zu sein. Und es ist ebenso bestrebt, der Stadt, in der es seinen Hauptsitz hat, seine „Hands-on-Mentalität“ zu zeigen.

Geschäftsführerin Catherine von Fürstenberg-Dussmann, eine gebürtige Amerikanerin, hat dieses Motto geprägt und die ehrenamtliche Arbeit im Unternehmen eingeführt: „Mit dem Social Day wollen wir ein hilfsbereites Deutschland fördern und andere Menschen anregen, sich auch zu engagieren“, sagt die Dussmann-Chefin. „Nicht reden, sondern Hands on“ ist ihre Devise. „Gemeinsam anpacken“ sei der „Dussmann-Spirit“.

Dussmann macht jedes Jahr einen "Social Day"

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen, das auch das Kulturkaufhaus in der Friedrichstraße betreibt, den sogenannten „Social Day“ eingeführt. Seither gehen die Mitarbeiter einmal jährlich, immer im September, dahin, wo Hilfe benötigt wird, und packen an. In den vergangenen Jahren engagierten sich die Mitarbeiter etwa in einer Unterkunft für Asylbewerber in Kreuzberg, in der Kinderbetreuungseinrichtung der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln am Campus Rütli, in der Grünanlage und dem Kindertreff „Kiosk Reuterplatz“ in Neukölln sowie im ebenfalls in Neukölln beheimateten Kinderclub „Sternschnuppe“. In der Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche haben sie gemeinsam mit den Kindern hinter dem Fußballfeld eine Sitzecke aus Europaletten gebaut, das Klettergerüst angestrichen und den Garten bestellt. „All diese Arbeiten haben wir unter Anleitung von Fachfirmen ausgeführt“, sagt Pressesprecherin Michaela Mehls. „So war gewährleistet, dass die Ergebnisse auch nachhaltig ausfallen.“

Am Donnerstag, den 13. September werden sich rund 40 Dussmann-Mitarbeiter auf dem Spielplatz „Wilde Rübe“ engagieren. Die Einrichtung in der Neuköllner Wildenbruchstraße besteht seit über 40 Jahren, sie „bietet Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren die Möglichkeit, ihre Freizeit abwechslungsreich und pädagogisch gestaltet zu verbringen“, sagt Mehls. Die Jungen und Mädchen kochen, musizieren oder kümmern sich um die Tiere. Auf dem Abenteuerspielplatz gibt es Bienen, Schweine, Hunde, Kaninchen sowie – im Terrarium – Bartagamen, das sind australische Schuppenkriechtiere.

Anpacken „vom Azubi bis zum Vorstand“

Auf die Themen „Natur und Tiere“ wird die Dussmann-Truppe auch ihre diesjährigen Aktivitäten konzentrieren. „Da gibt es einiges zu tun“, sagt Mehls: Die Kaninchenställe müssten ausbruchsicher gemacht werden, verwitterte Holzmöbel benötigten einen frischen Anstrich, neue Sitzmöglichkeiten würden gebaut. Darüber hinaus bekomme der Kickertisch ein Dach, damit er auch bei schlechtem Wetter genutzt werden kann, ferner werde man eine neue Küchenzeile installieren.

40 Mitarbeiter – „vom Azubi bis zum Vorstand“ – werden anpacken, darunter, wie jedes Jahr, auch Catherine von Fürstenberg-Dussmann. Außerdem sind natürlich die Pädagogen vor Ort, und – ziemlich sicher – viele Kinder. Für das abschließende Grillen werden also eine Menge Würstchen benötigt. Schließlich werden viele Mäuler zu stopfen sein. Und nach einem arbeitsreichen Tag ist der Hunger gewiss groß.

Grillen werden die Mitarbeiter der Universal Gebäudemanagement und Dienstleistungen GmbH nach getaner Arbeit nicht. Für sie ist das Mülleinsammeln auf dem Spielplatz auf dem Richardplatz seit über einem Jahr allwöchentliche Normalität. An zwei Tagen jede Woche zwischen März und Oktober wird der Spielplatz zwei Stunden lang von allem Unrat befreit. Jedes Mal kommt mindestens ein Sack voller Müll zusammen. Hört sich nach viel an, ist aber nichts im Vergleich zum ersten Einsatz der Mitarbeiter. Als das Unternehmen, das früher in Neukölln seinen Hauptsitz hatte und vor sechs Jahren nach Köpenick umgezogen ist, im letzten Frühjahr mit den Aufräumarbeiten startete, „waren am Ende des Tages 30 blaue Müllsäcke voll“, sagt Hobeck. Es sagt es mit Stolz in der Stimme.

Machen Sie mit: Wollen Sie – allein, mit Nachbarn, Freunden oder Ihrer Initiative – mitmachen beim Aktionstag von Tagesspiegel und Paritätischem Wohlfahrtsverband? Alle Aktionen finden Sie hier: www.gemeinsamesache.berlinDort können Sie auch Ihre eigene Aktion anmelden. Bei Fragen: gemeinsamesache@tagesspiegel.de

Sie alle machen mit

Hier können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen helfen.

Aktion Wohnungslos

Die Wohnungslosentagesstätte Schöneberg des Unionhilfswerks will gemeinsam mit Helfern am Freitag, dem 7. 9., von 11.30 - 15 Uhr Kleiderspenden einsortieren, zusammen kochen und essen. Für die Begleitung von Notübernachtungen im Winter werden wieder Helfer*innen gesucht. Geschenke und Spenden sind gerne gesehen (Ausnahme: Alkohol).

Ort: Gustav-Freitag-Str. 1, 10827 Schöneberg. Kontakt: 2117956. E-Mail: nicole.klecha@unionhilfswerk.de. www.unionhilfswerk.de

Rund um den neuen Spielplatz

Die Volkssolidarität ruft auf zur Verschönerung der Außenspielflächen vor der Unterkunft im Brebacher Weg 15 in Marzahn-Hellersdorf. Helfer sind am Freitag, 7. 9., von 12 - 18 Uhr herzlich willkommen und können gerne Pflanzen, Farbe für den Zaun mitbringen. Auch über gute Ideen freut man sich und bittet um Anmeldung.

Aktionsort: Brebacher Weg 15/Haus 41, 12683 Berlin. Kontakt: 30605495.E-Mail: walburg.borowiak@volkssolidaritaet.de

Hochbeete bauen

Im „Garten der Hoffnung“ im Außenbereich des Übergangswohnheims im Wohngebiet Allende 2 (Köpenick) sollen am 7. 9. von 15 - 20 Uhr weitere Hochbeete entstehen. HelferInnen sind herzlich willkommen. Benötigt werden Akkuschrauber und Schubkarren.

Ort: IB-Wohnheim, Alfred-Randt-Str. 19, 12559 Köpenick. Kontakt 0179 - 65 55 344. E-Mail: kontakt@garten-der-hoffnung.net. www.garten-der-hoffnung.net

Bleib nachhaltig sauber!

Die Flüchtlingsunterkunft des Unionhilfswerk in der Fürstenwalder Allee lädt gemeinsam mit dem Kiezklub Rahnsdorf am 7. und 8. 9. von 11 - 13 Uhr herzlich zu einer Herbst-Putzaktion ein. Ziel ist eine saubere und müllfreie Nachbarschaft für alle. Die Grünanlagen rund um den KIEZKLUB, die Flüchtlingsunterkunft und das Seniorenhaus werden auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Am Freitag wartet am Ende ein kleiner Imbiss, liebevoll zubereitet von der hauseigenen KIEZKLUB-Küche. Am Samstag erwartet alle fleißigen Helfer*innen ab 13 Uhr schmackhaftes aus der orientalischen Küche.

Ort: Fürstenwalder Allee 362/ 364, 12589 Köpenick. Anmeldung: anja.nickolai@unionhilfswerk.de oder Kiezklub.Rahnsdorf@t-online.de. 683291020 und 6486090. www.unionhilfswerk.de

Farbe ins Leben bringen

Das evangelische Jugend- und Fürsorgewerk sucht für den 6. 9. Freiwillige für eine Streich-Aktion in unserem Wohnheim für Flüchtlinge in Falkenberg. Mit etwa drei bis zehn Freiwilligen wollen wir eine wohnlichere Atmosphäre für die Bewohner schaffen. Es sollen die Flure der ersten und zweiten Etage des Container-Dorfes verschönert werden. Die Bewohner und Mitarbeitenden werden sich beteiligen. Materialien sind vorhanden, für Essen und Getränke ist gesorgt. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Ort: Hausvaterweg 21, 13057 Lichtenberg. Kontakt: Livia Ehlert. Mail: ehlert.livia@ejf.de

Aus Alt mach Neu!

Das Jugendkunst- und Kulturzentrum Gérard Philipe in Treptow soll entsprechend den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen erweitert und umgestaltet werden. Dazu wird am 8. 9. von 11 - 17 Uhr noch tatkräftige Unterstützung bei Malerarbeiten benötigt.

Ort: Karl-Kunger-Str. 29, 12435 Treptow. Kontakt: 53218163. E-Mail: jukuz@hvd-bb.de. humanistisch.de/jukuz

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