Berlin : Am goldenen See

Das Seeschlösschen „Lausitztherme“ in Senftenberg profitiert vor allem von seiner Lage am größten künstlichen Gewässer Europas

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Der Senftenberger See weckt große Vorfreude auf eine völlig neue Ausflugs- und Urlaubsregion Brandenburgs: Glasklares Wasser umspült flache Ufer mit schönen Wander- und Radwegen, feinstem Sand oder einem Schilfgürtel. Ein Dampfer und Segelboote schaukeln auf den Wellen, Surfer und Schwimmer sind unterwegs. Restaurantgäste genießen von einer großen Terrasse aus den Blick übers Gewässer. Es fällt nicht auf, dass dieser See von Menschenhand geschaffen ist.

Nach dem Ende der schon 1941 begonnenen Kohleförderung im Tagebau Niemtsch wurde die riesige Grube in den siebziger Jahren geflutet. Mit 1300 Hektar Gesamtfläche ist der Senftenberger See heute das größte künstlich angelegte Gewässer Europas. Doch in seiner Nachbarschaft wächst eine zweite Mecklenburgische Seenplatte. Mehr als ein Dutzend Gruben werden bis 2020 mit Wasser gefüllt und zu Touristenzielen entwickelt, an denen sich dann viel Platz auch für neue Wellnessanlagen aller Art bietet. Ein Muster steht direkt am Senftenberger Ufer: das Seeschlösschen Lausitztherme.

Die Lage kommt der Philosophie der Eigentümerfamilie sehr entgegen. Die Gäste sollen in den 24 Doppelzimmern, den Ferienbungalows und vor allem im 4500 Quadratkilometer großen Wellnessbereich zur Ruhe kommen. „Man muss dem Körper überhaupt erst eine Chance zur Regeneration geben“, sagt der Chef Maik Zander. „Das Wertvollste ist nun einmal unsere Gesundheit.“ Deshalb beginnen sämtliche Wellnessprogramme im Seeschlösschen mit einer zweistündigen Ruhezeit. Erst dann erfolgen die Hautbehandlungen mit einer Lausitzer Quark- und Leinölpackung, mit Nachtkerzenöl, mit Moor oder Ziegenbuttercreme, die Ganzkörperpeelings, die Ölstempelmassagen, Hamam, Rasul oder Hot-Stone-Massage. Die Anleihen bei regionaltypischen Produkten sind durchaus gewollt. Schon vor mehr als 100 Jahren hatten die Bewohner der Region zwischen dem Spreewald und dem heutigen Südbrandenburg die heilende Wirkung von Quark, Honig und Leinöl für die Haut entdeckt. Sie kann so wichtige Mineralien und Feuchtigkeit aufnehmen und wird gestrafft. Das Leinöl kann auch als Wannenbadzusatz probiert werden – wahlweise allein oder zu zweit. Beim Ziegenmilchbad greift die hauseigene Werbung auf Cleopatra zurück, die ihre Schönheit angeblich dem ausgiebigen Genuss solcher Wannenbäder verdankte.

Wer sich mit den unterschiedlichen Anwendungen noch nicht auskennt, kann sich im Seeschlösschen für sogenannte Schnuppertage entscheiden. Zum Kennenlernen der Anlage eignet sich auch der Besuch in einer der zahlreichen Saunen. Von hier aus ist der große See zwar nicht zu sehen, dafür aber beim Blick aus den Hotelzimmern und Behandlungsräumen. Ste.

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