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Angeklagter im Weizsäcker-Prozess gesteht Tat : „Ich bin froh, dass er tot ist“

Er bereue nichts: Am zweiten Prozesstag hat Gregor S. gestanden, den Berliner Chefarzt und Sohn des früheren Bundespräsidenten erstochen zu haben.

Die Richter beim Prozessauftakt am Berliner Landgericht.
Die Richter beim Prozessauftakt am Berliner Landgericht.Foto: Olaf Wagner/imago

Sechs Monate nach der tödlichen Messerattacke auf den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat der Angeklagte vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Er bereue die Tat nicht, erklärte der 57-Jährige am zweiten Prozesstag am Dienstag.

„Ich habe den Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten getötet“, sagte Gregor S.. „Ich bin froh, dass er tot ist.“

Die Tötung des Professors sei geplant und ein Anschlag auf die Familie seit Jahren sein „Lebensziel“ gewesen. Dem Angeklagten aus Andernach (Rheinland-Pfalz) wird Mord sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt.

Der Prozess um die tödliche Messerattacke gegen den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker wurde am Dienstag seit 9.30 Uhr am Berliner Landgericht fortgesetzt.

Der deutsche Angeklagte erklärte weiter, die Tat sei aus einer „Traumatisierung“ heraus geschehen. Nachdem er 1991 einen Artikel über den Einsatz des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ im Vietnamkrieg gelesen hatte, habe er einen Anschlag gegen den ehemaligen Bundespräsidenten verüben wollen. Aus seiner Sicht sei Richard von Weizsäcker (1920-2015) durch seine frühere Tätigkeit für das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim mitverantwortlich für die Produktion von „Agent Orange“ gewesen. „Weil ich nicht an den Bundespräsidenten kam, habe ich die Familie ins Visier genommen.“

Dem 57-jährigen Gregor S. wird Mord sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt. Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, wurde am Abend des 19. November 2019 in der Berliner Schlossparkklinik während eines Vortrags erstochen. Er wurde 59 Jahre alt.

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten, an.

Der erste Verhandlungstag war nach wenigen Minuten zuende

Ein Polizist, der privat bei dem Vortrag war, sei zu Hilfe geeilt und habe versucht, den 57-Jährigen zu stoppen. Dieser habe den Beamten mit mehreren Messerstichen attackiert. Trotzdem sei es dem Polizisten gelungen, den Angreifer zu überwältigen.

Gregor S. hat am zweiten Prozesstag gestanden.
Gregor S. hat am zweiten Prozesstag gestanden.Foto: dpa

Beim Prozessauftakt in der vergangenen Woche war bereits nach wenigen Minuten Schluss. (Einen ausführlichen Bericht aus dem Gerichtssaal lesen Sie hier.)

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Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte die Tat seit längerem geplant haben und extra aus seinem Wohnort in Rheinland-Pfalz angereist sein. Im Prozess werde es auch um die Schuldfähigkeit des mutmaßlichen Täters gehen, sagte eine Gerichtssprecherin - ein psychiatrischer Gutachter soll anwesend sein. (Tsp/dpa/AFP)

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