Berlin : Auftakt in Warteschlange

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Gegen zwei Uhr morgens steppte der Bär im Friedrichstadtpalast – sozusagen im „Rhythmus Berlin“ ließ das Damenorchester Salome die Premierengäste euphorisch tanzen. „Rhythmus Berlin“ heißt die neue Revue in der Friedrichstraße, die am Freitagabend Premiere hatte. 24 Stunden Berlingefühl will sie auf der Bühne vermitteln – am Abend gehörte auch Geduld dazu. Der Regen ließ den roten Teppich draußen leer und trieb die Ehrengäste stattdessen im Foyer vor den VIP-Kartenschaltern zusammen. Kammersänger Jochen Kowalski hatte im zugigen Eingang Angst um seinen Countertenor und schlug fröstelnd den Kragen hoch. Gitte Haenning muss das Desaster geahnt haben – mit derben Armeestiefeln und dicker Lederjacke über einem Camouflage-Look war sie für den anstrengenden Auftakt der Revue besser gerüstet als Joyce Hermlin und andere Damen in Abendrobe. Anstehen mussten dabei alle – ob Filmmogul Artur Brauner, dessen angebliche 500 Millionen Euro Schulden am Abend ein kleines Klatschthema waren, oder die Opel-Lady Heidi Hetzer in feschem roten Hosenanzug. Winfried Glatzeder hatte Sohn Robert mitgebracht, Schauspieler wie Papa ist er. Fernseh-Moderatorin Carmen Nebel erschien mit Sohn Gregor. Mit Kante kam aus Hamburg eine ganze Deutschpopband – sie wollte ihren Kumpel Peter Thiessen feiern, der die Revue musikalisch mitverantwortet. Dass Veronika Jarzombek die Premiere beehrte, hing mit einer der Hauptdarstellerinnen zusammen. Die Ex-Managerin von Yvonne Catterfeld hat Nathalie Tineo unter ihre Fittiche genommen. Der 24-Jährigen gab Thomas Münstermann als Regisseur eine Chance – in seinem „Rhythmus Berlin“ singt sie die Katherine. Auf die andere Hauptdarstellerin warteten die geschiedenen Eltern am Abend getrennt. Dominique Lacasa ist die Tochter von Aurora Lacasa und Alt-Schlager-Star Frank Schöbel – dass der Apfel nicht weit vom Baum fällt, bewies sie schon als Zehnjährige. Da besang sie mit ihrer Schwester und den Eltern „Weihnachten in Familie“ – die Platte wurde über zwei Millionen Mal verkauft. Nur in Familie wird nicht mehr gefeiert. hema

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