Ausblick auf 2019 : Stresstest für die Volksparteien

Was die Union und die SPD gegen den anhaltenden Wählerschwund tun können. Eine Analyse.

Ein SPD- und ein CDU-Luftballon schweben in der Luft.
Ein SPD- und ein CDU-Luftballon schweben in der Luft.Foto: Carsten Rehder/dpa

Das Jahr 2019 – es ist nicht zu früh, vorauszuschauen. Besonders für die Volksparteien, für Union und SPD; zumal wenn sie Volksparteien bleiben wollen. 26 Prozent für die Union, 14 Prozent für die SPD, das sollte Ansporn genug sein.

Die langfristige Bindekraft von Institutionen hat nachgelassen. Also muss, logischerweise, ein gerüttelt Maß an Attraktivität verloren gegangen sein. Was tun? Beteiligungsmöglichkeiten stärken, und zwar von innen wie von außen.

Beispiele: Für gezielte Projekte kommen Menschen zusammen, auch solche, die nicht in Parteien verortet sind, deren Rat aber ausdrücklich gesucht wird. Sie einzuladen heißt, sich mit zusätzlichem Wissen aufzuladen. Und in der Partei selber muss das einzelne Mitglied mehr mitbestimmen können. Die CDU liefert mit ihrer Kandidatenvorstellung für den Vorsitz in acht (!) Regionalkonferenzen binnen kurzer Zeit gerade gutes Anschauungsmaterial.

Missstände schnell beseitigen

Aber mehr noch: Missstände, die von den Wählern genau wahrgenommen werden, müssen schnell beseitigt werden. Wer in der Dieselaffäre erkennbare Ungerechtigkeiten duldet, der verliert. Wer bei der Lohnangleichung und mit der Rentensicherung in Ost und West und bei Frau und Mann nicht Ernst macht, auch. Und zwar massiv an Vertrauen. Das allerdings ist die Währung für Erfolg, bei Wahlen und – wichtiger noch – beim staatlichen Wohlergehen. Aufbruchstimmung wird nur durch den vorherigen Abbau von Ärger, Neid und Angst erreicht.

Ein Vorletztes: Innerparteiliche Intoleranz gegenüber anderen Auffassungen schwächt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Und die Kraft, für die nach kontroverser Debatte gefundene Position einzutreten.

Und dann müsste auch endlich auf die jüngere Generation stärker eingegangen werden. Gute Bildung ist in einem Land ohne Rohstoffe DER Rohstoff. Gute Bildung darf deshalb auch gutes Geld kosten. Das gilt nicht zuletzt für die Lehrer(aus)bildung. Mehr gute Lehrer – und damit einhergehend die Frage, was die jungen Menschen heute auf welche Weise lernen müssen und sollten. Neue Fächer, andere Art: Da müssen die Prioritäten anders gesetzt werden. Es geht um die Kinder, unser aller Zukunft.

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Das alles zusammengenommen nennt man dann übrigens: Politik. Fürs Volk. Parteien als Teil vom Ganzen tragen dazu bei. 2019 können sie sich aufs Neue beweisen.

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