Ausbrüche aus JVA Plötzensee : Ermittlungen gegen JVA-Werkstattleiter

Laut der "B.Z." wird gegen den Werkstattleiter der JVA Plötzensee ermittelt. Er soll die Sicherheitstür offen gelassen haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Ermittlungen nicht.

Aus der JVA Plötzensee hatte es zuletzt mehrere Ausbrüche gegeben.
Aus der JVA Plötzensee hatte es zuletzt mehrere Ausbrüche gegeben.Foto: imago/Jürgen Ritter

Nach dem Ausbruch der vier Gefangenen aus der Justizvollzugsanstalt Plötzensee im Dezember wird der "B.Z." zufolge gegen den Werkstattleiter ermittelt. Der mutmaßliche Kopf des Ausbrecher-Quartetts habe demnach in Vernehmungen ausgesagt, dass man sich mit dem Werkstattleiter der Anstalt vor der Flucht darauf geeinigt hätte, die sonst verschlossene Sicherheitstür zum Heizungsraum offen zu lassen.

Die Häftlinge hätten dem Beamten angeboten, den Raum zu säubern. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte nicht, dass gegen den Werkstattleiter ermittelt werde. Der Justizverwaltung zufolge wurden am Ausbruchstag in der Werkstatt 15 Häftlinge von drei Bediensteten überwacht, andere Beamte waren erkrankt oder im Urlaub. Vergangenes Wochenende war der letzte Ausbrecher festgenommen worden.

Der letzte Geflohene soll bei einem Taschendiebstahl in Friedrichshain erwischt worden sein. Die drei anderen Entflohenen hatten sich freiwillig gestellt. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) versprach, die Umstände der Flucht aufklären zu lassen. Behrendt war zudem kritisiert worden, weil fünf Männer aus dem offenen Vollzug nicht (rechtzeitig) in die Anstalt zurückkamen. Rücktrittsforderungen wies der Senator zurück.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen Tagesspiegel Plus 30 Tage gratis!