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Autobrände in Berlin : Innensenator Geisel geht von Serientäter aus

Innensenator Geisel geht einem Medienbericht zufolge in vielen Fällen der Autobrände von Serien-Brandstiftung aus. Die Polizei äußert sich zu dem Verdacht nicht.

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.
Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.Foto: Paul Zinken/dpa

Erneut ist in Berlin ein Auto in Flammen aufgegangen: Am Kiehlufer in Neukölln brannte in der Nacht zu Freitag ein Renault vollständig aus. Das teilte die Berliner Polizei am Morgen mit.

Ein 61-jähriger Mann, der mit seinen Hunden Gassi ging, habe das Feuer demnach gegen 22.50 Uhr entdeckt und den Notruf gewählt. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) nimmt laut "RBB" an, dass ein Serien-Brandstifter für viele der wiederholten Autobrände verantwortlich ist: "Wir gehen davon aus, dass die nicht politisch motiviert sind, jedenfalls nicht alle", sagte er dem Inforadio. Vielmehr sei ein Serientäter unterwegs. Das stelle man daran fest, in welchen Stadtteilen Berlins Fahrzeuge brennen und welche Modelle betroffen seien.

Die Polizei arbeite intensiv an dem Thema: "Klar ist, dass wir was tun müssen, dass wir das nicht einfach hinnehmen können", so Geisel laut "RBB".

Ganz sicher ist sich der Innensenator seiner Sache aber offenbar nicht. Gefragt danach, ob der Umstand ungewöhnlich sei, dass Autos in der ganzen Stadt brennen, sagte Geisel dem Bericht zufolge, "das ist jetzt Spekulation, das kann für wenige Täter sprechen, die unterwegs sind in der Stadt, das kann dafür sprechen, dass es eine ganze Reihe von Tätern gibt".

Gefragt nach entsprechenden Indizien zu einem oder mehreren mutmaßlichen Serien-Brandstiftern, teilte ein Polizeisprecher mit: "Zu den laufenden Ermittlungen können wir uns aus ermittlungstaktischen und polizeitaktischen Gründen nicht äußern." Es werde intensiv in alle Richtungen ermittelt.

Nachdem in diesem Jahr bereits hunderte Fahrzeuge durch Brandanschläge brannten oder beschädigt wurden, wurde beim LKA die Ermittlergruppe "Nachtwache" eingesetzt: Diese solle die Fälle kriminalistisch aufarbeiten, "da gibt es auch Anhaltspunkte", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik kürzlich, ohne diese konkret benennen zu wollen. 

Zudem sollen Beamte intensiv auf den Straßen präsent sein. "So wie wir es für notwendig erachten", so der Polizeisprecher. Zum Umfang der Präsenz äußere man sich ebenfalls aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Laut Polizei gab es in diesem Jahr bereits über 300 Fälle, in denen Fahrzeuge angezündet oder beschädigt wurden.

Der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner äußerte sich auf Twitter kritisch zu Geisels Aussagen: "Politik nach dem Motto 'Schauen wir mal, dann sehen wir schon' ist zu wenig, Herr Geisel!", so Wegner. (Tsp)

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