Badestellen in Berlin : Hier können Sie der Hitze trotzen – die Bezirksübersicht

In den kommenden Tagen sind bis zu 40 Grad für Berlin angekündigt. Wo gibt es Abkühlung in der Großstadt? Überall! Wir haben die Tipps: Bezirk für Bezirk.

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Zahlreiche Menschen verbringen einen warmen Sommertag im und am Weißen See.
Zahlreiche Menschen verbringen einen warmen Sommertag im und am Weißen See.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Glaubt man den Meteorologen, wird die Hitze in Berlin der von sonnendurchglühten Wüsten bald wieder recht nahe kommen. Der Wüstenbewohner lechzt bei solch einer Affenhitze nach der nächsten Oase, dem Berliner bleiben immerhin die mit kühlem Nass lockenden Bademöglichkeiten der Stadt. Im Folgenden stellen unsere Newsletter-Autorinnen und -Autoren Bezirk für Bezirk ihre Lieblingsbadestellen vor – als erster Teil einer sechsteiligen Serie mit Sommertipps aus den Bezirken.

Steglitz-Zehlendorf

Wiese, Bäume, Havel, manchmal der Schrei eines Pfaus – und sogar ein klein wenig Sand: Die Badestelle Alter Hof liegt mitten im Düppeler Forst, der Wald bietet Schatten und die DLRG-Wasserrettungsstation Jagen 95 Sicherheit (zumindest am Wochenende). Von der Liegewiese aus schaut man auf die Pfaueninsel, auf Ausflugsdampfer und auf segel-, motor- und muskelgetriebene Boote.

Spätestens vom Wasser aus weitet sich der Blick auf Kladow und die kleine Insel Kälberwerder, sie gehört dem Ruderclub am Wannsee. Ein weiteres Highlight ist der Weg: Sie müssen entweder vom Flensburger Löwen (Am Großen Wannsee 58A) oder südlich der Pfaueninsel (Nikolskoer Weg/Pfaueninselchausee) am Ufer entlang wandern oder von der Königstraße aus durch den Wald spazieren – die Mühe lohnt. Und bitte, nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. Wem dies zu unbequem ist: Es bleibt immer noch das Strandbad Wannsee. Boris Buchholz

Mitte

[Nordufer 26 in Wedding, Mo-Fr 9 bis 20 Uhr, am Wochenende 9 bis 22 Uhr, Eintritt 5,50 Euro, erm. 3 Euro]

Sie wollen sich nur mal schnell abkühlen, aber nicht gleich ins Umland fahren? Da ist der Plötzensee perfekt. Direkt in Wedding gelegen, ist die „Plötze“ schnell mit der BVG zu erreichen – vom S-Bahnhof Beusselstraße, dem U-Bahnhof Amrumer Straße oder der Tramhaltestelle Virchow-Klinikum (M13) nur einen kurzen Fußweg entfernt.

Ein ruhiges Plätzchen wird man allerdings selten finden, doch ist das Strandbad ein tolles Ausflugsziel für die ganze Familie. Beim Baden Hunger bekommen? Dann empfiehlt sich ein Abstecher zum Biergarten Kastaniengarten am Nordufer 29. Carmel Schnautz

Charlottenburg-Wilmersdorf

[Olympischer Platz 3 in Charlottenburg, täglich 7 bis 20 Uhr, Eintritt 5,50 Euro, erm. 3,50 Euro]

Wer „olympisch“, also im Sommerbad Olympiastadion, baden will, muss ein Stückchen laufen. Vor dem Stadion rechts rein und drum herum, und man gelangt zu den großen Schwimmbad-Tribünen. Darunter liegen die Umkleideräume, an deren Ausgang man durch ein klirrend kaltes Fußbecken schreitet und schließlich im Olympiabad steht.

Das in anlässlich der Olympischen Spiele 1936 errichtete Schwimmbad, heute ein Baudenkmal, hat prominente Nachbarschaft: Nebenan ist die Hertha zu Hause. Für die Kleinen gibt es zwei Nichtschwimmerbecken mit Kinderrutsche, für die Größeren und Großen Sprungtürme und ein herrliches 50-Meter-Sportbecken. Eine Imbissbude versorgt hungrige Badegäste, hinter den Becken erstreckt sich eine Rasenfläche zum Erholen. Die letzte Sanierung wurde 2016 abgeschlossen. Tipp: Wer einen Umkleideschrank nutzen möchte, benötigt ein eigenes Schloss. Für Wertsachen gibt es kleine Schränkchen neben dem Becken. Sophie Krause

Die besten Badeseen in Berlin und dem Umland
Liepnitzsee. Er liegt mitten im Wald, zwischen hohen schattigen Kiefern: der Liepnitzsee, nördlich von Berlin. Er soll besonders sauber sein, vor allem aber macht ihn die kleine Insel „Großer Werder“ in der Mitte zu etwas Besonderem.Weitere Bilder anzeigen
1 von 40Foto: Henning Onken
04.07.2018 12:23Liepnitzsee. Er liegt mitten im Wald, zwischen hohen schattigen Kiefern: der Liepnitzsee, nördlich von Berlin. Er soll besonders...

Spandau

Hier befindet sich Spandaus schönster Uferweg: das enge Liesegang-Ufer in Kladow. Gut, im Winter sackt es ab, im Sommer nerven die klingelnden Radfahrer, aber wer schieben mag, bitteschön: Dort gibt es eine kleine, gepflegte Badestelle an der wunderschönen „Wochenend-Kolonie Breitehorn“.

Mit Sand, Schatten, feuchtem Gras, unaufgeregten Leuten und klaren Regeln: „Hunde: verboten. Boote: verboten. Fahrräder: verboten. Grillen: verboten. Schwimmen zwischen 13 und 15 Uhr: verboten.“ Spaß: erlaubt. Tipp: Fünf Minuten entfernt befindet sich das neue Restaurant „Salt’n’Sugar“ (Breitehornweg 36). Nette Leute! André Görke

Neukölln

[Sommerbad Neukölln, Columbiadamm 180, täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, Eintritt 5,50 Euro, erm. 3,50 Euro.]

Hin und wieder kommt es vor, dass sich ein einzelner Schwimmer den Sprung in den Landwehrkanal nicht verkneifen kann. Dabei ist das Schwimmen dort nicht nur aus Sicherheitsgründen verboten, sondern auch hygienisch bedenklich: Zwischen alten Kühlschränken, Müll und Abwasser aus der Kanalisation planscht es sich kaum unbedenklich. Auch die Seen im Britzer Garten sehen zwar verlockend aus, eine früher existierende Badestelle ist aber seit langem gesperrt.

Wohin also, wenn der Schweiß auf der Haut entlang zu rinnen beginnt? Darauf gibt es in Neukölln eigentlich nur eine Antwort: Ab ins Columbiabad! Das von seinen Fans liebevoll „Culle“ genannte Sommerbad lockt mit 50-Meter-Bahn, Babybecken, Wasserrutsche, altem Baumbestand und abseits der Ferien zumindest vormittags viel Ruhe. Nachmittags und an warmen Wochenenden füllt sich das Bad schnell, was hin und wieder Chaos auslöst. Zwischen Pommes, Hipsterbart und Burkini ist das Culle aber vor allem: Typisch Neukölln. Madlen Harbach

Friedrichshain-Kreuzberg

[Prinzenbad, Prinzenstraße 113, täglich 7 bis 20 Uhr, Eintritt 5,50 Euro, erm. 3,50 Euro; Badeschiff, Eichenstraße 4 in Treptow, täglich 8 bis 22 Uhr, Strand bis 23 Uhr, Eintritt 6,50 Euro, erm. 3,50 Euro]

Geheime oder sogenannte „Insider“-Badestellen? Leider gibt es im Bezirk keine Badeseen – oder habe ich etwas übersehen? Doch immerhin gibt es das Sommerbad Kreuzberg, eher bekannt als Prinzenbad, und es gibt das Badeschiff in der Spree. Beide dürften in den heißen Tagen wie gewohnt fast überlaufen für Badelustigen. Aber warum nur immer ins Wasser? Auf dem Wasser kühlt doch auch schon ab.

Hier also ein kleiner Schwenk zur Tretboot-Kultur. Treten statt schwimmen also. Dafür bietet sich sowohl die Spree als auch der Rummelsburger See auf der Friedrichshainer Seite an. Der Sprung vom Tretboot ins Wasser ist allerdings nicht empfehlenswert, da der See noch immer mit Giftstoffen belastet ist.

Also schön im Boot bleiben! Ausleihen können Sie es bei „Ahoi Ostkreuz“ (Paul und Paula Ufer, sechs Gehminuten vom Bahnhof Ostkreuz), und zwar in Form von Kajaks, Paddelbooten (eine Stunde für zwölf Euro) und Tretbooten (15 Euro). Für Gruppenreservierungen oder Touren einfach eine Mail an kontakt@ahoi-ostkreuz.de schreiben. Am besten fahren Sie um die Halbinsel Stralau herum, an den Inseln (Liebesinsel, Insel der Jugend) vorbei und steuern dann noch gerade auf die Oberbaumbrücke zu. Ahoi! Corinna von Bodisco

Tempelhof-Schöneberg

[Sommerbad Mariendorf, Rixdorfer Str. 130, Mo-Do 10 bis 18 Uhr, Fr-So bis 19 Uhr]

Mit Badeseen kann auch dieser Bezirk leider nicht aufwarten, dafür aber in Mariendorf gleich mit zwei Freibädern. Eines, das Sommerbad Mariendorf, liegt direkt am Volkspark, an der Rixdorfer Straße. Selbst im Winter machte es in diesem Jahr von sich reden: Ein Schwanenpaar hatte sich dort niedergelassen, weil im Teich des benachbarten Parks das Wasser abgelassen worden war.

Das Sommerbad, von Fans auch liebevoll „Rixe“ genannt, ist vor allem an kühleren Tagen jenen zu empfehlen, die einfach nur ihre Bahnen schwimmen wollen. Es bietet kaum Chichi – und ist deswegen für Wasserplanscher nicht so attraktiv. Allerdings muss man es mögen, in kaltem Wasser zu schwimmen, denn die Temperaturen sind dort ziemlich niedrig. Sigrid Kneist

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus allen zwölf Berliner Bezirken. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Treptow-Köpenick

Baden kann man in den Gewässern von Treptow-Köpenick natürlich (fast) überall. Nur in der Spree gilt ein generelles Badeverbot. Die Dahme und auch der Müggelsee haben allerdings den Nachteil, dass sie entweder zu flach sind oder durch regen Boots- und Schiffsverkehr auffallen. Mein Tipp daher: Rausfahren bis nach Schmöckwitz und noch ein bisschen weiter bis kurz hinter die Bezirksgrenze nach Eichwalde.

Dort weitet sich die Dahme zu einem veritablen See, die Badewiese an der Lindenstraße ist offiziell ein Strandbad, kostet aber trotzdem keinen Eintritt. Es gibt schattige Liegeplätze, und wenn man Glück hat, hält gerade der mobile Eisladen an der Straße. Mit Öffis kommt man allerdings nicht bis ans Wasser, die Tram vom S-Bahnhof Grünau fährt nur bis Schmöckwitz, dann muss man noch rund 20 Minuten zur Badewiese spazieren. Thomas Loy

Marzahn-Hellersdorf

Ein Geheimtipp für eine Badestelle im Nordosten? Klar, das Freibad von Marzahn-Hellersdorf. Kennen Sie nicht? Gibt’s auch nicht, so geheim ist es. Die 270.000-Einwohner-Großstadt Marzahn-Hellersdorf ist nämlich Berlins einziger Bezirk ohne eigenes Freibad. Seit Jahren beklagt, bis heute nicht behoben.

Deshalb pilgern die Leute seit jeher im Sommer zu den Stränden an den wilden Gewässern: den Kaulsdorfer Seen und dem Biesdorfer Baggersee. Letzterer wartet in diesem Jahr mit einer Innovation auf: Neuerdings gibt es dort einen behördlich genehmigten Imbiss, obwohl der See gar nicht als Badestelle freigegeben ist. Nur Alkohol wird nicht ausgeschenkt. Motto: Brav baden. Ingo Salmen

Reinickendorf

Nein, der Flughafensee in Tegel ist nicht der Löschteich des Flughafens. Nein, da sind nicht nur besoffene Krakeeler, die das Ufer vermüllen. Nein, das Wasser ist nicht dreckig. Nein, man muss nicht ewig laufen, um überhaupt zum Flughafensee zu kommen. Nach all den Neins nun zu den Jas. Der Flughafensee, am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad von der Seidelstraße aus nach etwas mehr als einem Kilometer zu erreichen (da gibt es sogar ausreichend Parkplätze), entstand zwischen 1953 und 1987 durch den Abbau von Kies.

Mit mehr als 34 Metern ist er tiefste See Berlins. An seinem östlichen Ufer gibt es einen wunderschönen Sandstrand mit einer Art von Düne dahinter, auf der Kinder runterrutschen können. Das Wasser ist sauber, und relativ nahe gibt es auch eine Toilettenanlage, die ich beim letzten Besuch frisch gereinigt vorfand, sogar Toilettenpapier gab es. Sauber ist auch der ganze Strandbereich, seit sich die BSR um das Gelände kümmert.

Nachteil für Nichtschwimmer und Erwachsene mit Kindern: Es gibt keine Badeaufsicht, Eltern müssen die Augen aufhaben. Es gibt auch leider keinen Imbiss in der Nähe, der nächste ist an der Seidelstraße. Es gibt einen FKK-Bereich, und wenn man sich vom Dröhnen der Motoren vom benachbarten Flughafen nicht stören lässt, ist das wirklich ein schöner Platz. Am Abend wird es am Flughafensee allerdings oft turbulenter, empfehlen kann ich ihn also wirklich nur tagsüber. Zwischen Montag und Freitag ist es fast ein Geheimtipp. Gerd Appenzeller

Pankow

[Freibad Weißensee, Berliner Allee 155, Mo-Do 10 bis 22.30 Uhr, Fr-So 10 bis 0 Uhr, Eintritt 5,50 Euro, erm. 3,50 Euro]

In Pankow gibt es genau eine offizielle See-Badestelle: das Freibad Weißensee. Sagen wir es so: Wer es gern gesellig mag, ist hier gut aufgehoben. Denn ein Geheimtipp ist der Weiße See schon lange nicht mehr. An Wochentagen merkt man noch den alten Spirit, wenn die Liegewiesen nur spärlich gefüllt sind – am Wochenende sieht man hier mitunter Wasser und Grün vor Menschen und allerlei Getier nicht mehr.

Immerhin ist die Wasserqualität laut der jüngsten Messung noch gut. Wer es ruhiger mag, wird direkt hinter der Bezirksgrenze in Brandenburg fündig: Am Kiessee in Schildow geht es so entspannt zu wie vor 20 Jahren am Weißen See. Wenn die S-Bahn-Schnelllinie 8 fährt, ist man ruckzuck da (Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle, dann noch fünf Minuten zu Fuß).

Der Eintritt (Erwachsene 3,50 Euro, Familienkarte 9 Euro) lohnt sich: Es gibt große, baumbestandene Liegewiesen, einen großen Sandstrand, einen FKK-Abschnitt, Beachvolleyballfelder, einen Kinderspielplatz, Sanitäranlagen und einen Imbiss. Und das Beste: Man darf nach dem Badespaß sogar offiziell dort zelten – für acht Euro die Nacht. Christian Hönicke

Lichtenberg

[Strandbad Orankesee, Gertrudstraße 7, täglich 9 bis 19 Uhr, 5 Euro, erm. 3,50 Euro]

Auch das Strandbad Orankesee wird über die Ferientage recht voll werden. Aber es ist sehr groß und man dürfte ausreichend Platz finden. Mit dem Rad oder der Tram ist man recht schnell da. Wem die fünf Euro Eintritt zu viel sind, der kann sich auch einfach an den benachbarten Obersee legen, dort gibt es zudem noch einen schönen Park. Doch der Eintritt für das Strandbad lohnt sich: Es gibt es einen langen Sandstrand, zwei Rutschen für Kinder und für einen kleinen Aufpreis auch einen Strandkorb zur Miete. Der See ist sauber und lädt zum Rausschwimmen ein. Robert Klages

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