Bauen in Berlin : Sanierungsarbeiten am Bahnhof Friedrichstraße fast abgeschlossen

Vor fünf Jahren war ein 20-Kilo-Betonbrocken in die Haupthalle gestürzt. Schuld war Pfusch am Bau in den 90er Jahren.

Im Dezember 2012 fiel am Bahnhof Friedrichstraße dieses Betonstück aus der Decke der Haupthalle. Foto: P. Zinken/dpa
Im Dezember 2012 fiel am Bahnhof Friedrichstraße dieses Betonstück aus der Decke der Haupthalle. Foto: P. Zinken/dpaFoto: P. Zinken/dpa

Nach gut fünf Jahren soll es bald geschafft sein. Am 13. Dezember 2012 war ein rund 20 Kilogramm schwerer Betonbrocken von der Decke in die Haupthalle des Bahnhofs Friedrichstraße gefallen – nun sind nach Angaben der Bahn 95 Prozent der Sanierungsarbeiten in den öffentlichen Bereichen abgeschlossen.

Die Decke ist wieder geschlossen. Bis Ende Januar 2018 sollen noch Restarbeiten folgen, die sich aus neuen brandschutztechnischen Erfordernissen ergeben hätten. Im in den 1990er Jahren erst aufwändig instand gesetzten Bahnhof waren nach dem Absturz auch große Teile der Technik erneuert worden.

Die Arbeiten sollten ein Jahr dauern

Während der Arbeiten mussten in den ersten Jahren Geschäfte im Bahnhof zum Teil monatelang geschlossen bleiben, bis die Sicherheit wieder hergestellt war. Mit den Mietern habe man unterschiedliche Entschädigungsvereinbarungen getroffen, sagte ein Bahnsprecher nach dem Absturz, bei dem nur durch viel Glück in der meist sehr belebten Haupthalle des Bahnhofs niemand verletzt worden war.

Die Bahn hatte zunächst gehofft, die Arbeiten innerhalb eines Jahres abschließen zu können. Doch diese waren komplizierter als angenommen. Zum Teil war mühevolle Handarbeit erforderlich, um den überflüssigen Beton zu entfernen.

Bei der Sanierung des Gebäudes in den 1990er Jahren war dieser – entgegen den Vorschriften – an den sogenannten Gleiströgen angebracht worden, die wie Brücken den Bahnhof durchqueren. Auf diesen Trögen liegen auch die Bahnsteigplatten auf.

Der Beton verhinderte nach Angaben der Bahn, dass sich bei Temperaturschwankungen oder auch bei Zugfahrten der Stahl bewegen konnte. Durch die jahrelange Spannung war es wahrscheinlich zum Absturz gekommen.

Zu sehen war von dem Baumurks nichts, denn die Gleiströge und Bahnsteigplatten waren durch den Einbau einer Rigips-Zwischendecke verdeckt. Jetzt hat man Luken eingebaut, um den baulichen Zustand jederzeit kontrollieren zu können.

Baufällig ist auch der Bahnhof Lichterfelde Os

Unerwartetes von oben gab es aber nicht nur am Bahnhof Friedrichstraße. Im Bahnhof Lichterfelde Ost war Anfang 2013 in der Vorhalle Putz von der Decke gefallen. Die Bahn ließ daraufhin Flächen abschlagen und spannte zum Schutz vor weiteren „Abstürzen“ Planen unter die Decke.

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Um mit Sanierungsarbeiten beginnen zu können, musste die Fahrradabstellanlage in der Halle weichen. Viel mehr ist seither aber nicht passiert. Zeitweise gab es aber sogar Überlegungen, die Decke abzureißen und neu zu bauen. 2016 kündigte ein Plakat den Beginn von Arbeiten für Oktober an; es hängt nach Angaben von Fahrgästen immer noch. Gearbeitet wird aber immerhin oben auf den Bahnsteigen.

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