Beleidigung von Berliner Politikern : Der meiste Hass kommt per E-Mail

Nahezu alle Berliner Politiker werden regelmäßig beleidigt oder bedroht. Das zeigt eine Umfrage des RBB.

Computertaste mit der Aufschrift Hass. Symbolbild.
Computertaste mit der Aufschrift Hass. Symbolbild.Foto: IMAGO

Fast alle Berliner Politiker sehen sich einer Umfrage zufolge Beleidigungen ausgesetzt. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Erhebung des RBB ergab, sind 94 Prozent der befragte Landes- oder Bundespolitiker aus der Hauptstadt schon einmal beschimpft oder beleidigt worden. Mehr als die Hälfte davon ist eigenen Angaben zufolge regelmäßig bis zu fünf Mal in der Woche betroffen. Konkret bedroht wurde demnach ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten. Besonders betroffen sind davon vor allem Politiker von AfD und Linke.

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus den zwölf Berliner Bezirken. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen kommen laut Umfrage vor allem per Mail, gefolgt von sozialen Medien wie Facebook oder Twitter. Zwei Drittel der Politiker gaben an, auch schon bei persönlichen Treffen oder öffentlichen Veranstaltungen mit solcher „Kritik“ konfrontiert worden zu sein. Gut die Hälfte wurde demnach schon in Briefen beleidigt oder bedroht.

Für die Umfrage kontaktierte der RBB 205 Berliner Politiker aller Parteien. Angefragt wurden alle Berliner Bundestagsabgeordneten, alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses, Senatoren sowie Bezirksbürgermeister. 157 Antworten gingen bei dem Sender ein.

Zuletzt war etwa die Grünen-Politikerin Renate Künast juristisch gegen Beschimpfungen ihrer Person in sozialen Netzwerken vorgegangen. (dpa/Tsp)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar