Gründe, Kosten, eine mögliche Eröffnung und was wird mit Tegel?

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BER-Eröffnung wohl erst 2016 : Dem Schallschutz zuliebe

Was treibt Brandenburg?

Vor der Landtagswahl im September wollten die Regierungsparteien SPD und Linke die Gemüter rings um den Flughafen beruhigen, heißt es am Flughafen. Die regierende SPD von Ministerpräsident Woidke findet die Vorwürfe aus Berlin irritierend. Es gehe nicht, Mehdorns Rückzieher Brandenburg anzulasten, sagte Woidke in der SPD-Landtagsfraktion am Dienstag. Die Rechtslage sei eindeutig und Mehdorn könne diese nicht nach Belieben frei interpretieren. Die Flughafengesellschaft habe ihre Hausaufgaben beim Schallschutz nicht gemacht und zwar – wie von den Gerichten festgestellt – seit Jahren. Der Flughafen liegt beim Schallschutz im Rückstand, erst für 14 der 4700 Wohnungen an der Südbahn wurde Bescheide erstellt. Jetzt dürften keine neuen Klagen riskiert werden.

Ein Flughafen, viele Terminals - nicht nur am BER
Bleibt Schönefeld-Alt in Betrieb, gibt es auf dem BER-Gelände zwei Terminals, die nicht direkt miteinander verbunden sind. Woanders gibt es bereits solche Beispiele, wobei häufig Billigfluglinien dann auf ein Abfertigungsgebäude konzentriert werden, so wie es Mehdorn auch in Schönefeld vorhat. Hier im Bild: Schönefeld-Alt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 28Foto: dpa
14.02.2014 11:20Bleibt Schönefeld-Alt in Betrieb, gibt es auf dem BER-Gelände zwei Terminals, die nicht direkt miteinander verbunden sind....

Was bedeutet das für die Eröffnung?

Ein Datum hat Mehdorn ohnehin bisher nicht genannt. In Aussicht gestellt hatte er das Jahr 2015. Jetzt „befürchtet“ er allerdings, „dass beim Eintreten weiterer unvorhersehbarer Ereignisse“ eine Eröffnung erst 2016 umsetzbar wäre. Umgekehrt gilt so, dass er es immer noch für möglich hält, bereits 2015 an den Start zu gehen. Das sehen die Verantwortlichen in Potsdam anders: Wegen der weiter ungelösten Probleme im Terminal mit der Brandschutzanlage, mit überbelegten Kabelschächten und Lücken in der Bauleitplanung sei eine BER-Eröffnung ohnehin erst im Jahr 2016 realistisch und hätten nichts mit Schallschutz und Nordbahnsanierung zu tun hätten, hieß es.

Was kostet das Abwarten?

Den Mehraufwand für den Betrieb von Schönefeld-Alt und Tegel beziffert Mehdorn bisher mit rund 17 Millionen Euro monatlich. Hinzu soll eine ähnlich hohe Summe durch erwartete, aber nicht erzielte Einnahmen durch den BER-Betrieb kommen. Dem Flughafen fehlen so fast 35 Millionen Euro monatlich in der Kasse, was auch die Bilanz des vergangenen Jahres verhageln wird. Bereits das Jahr 2012 hatte der Flughafen mit einem Verlust in Höhe von 185 Millionen Euro abgeschlossen.

Wie lang hält Tegel durch?

Knapp 20 Millionen Euro hat der Flughafen seit der Absage des BER-Eröffnungstermins 3. Juni 2012 in die Infrastruktur am Flughafen Tegel gesteckt. Der Betrieb laufe inzwischen ziemlich rund, lobt Lufthansasprecher Wolfgang Weber. Das System sei technisch stabiler als vor eineinhalb Jahren. Die Lufthansa werde auch noch einige weitere Flugplanperioden in Tegel durchhalten. Dann müssen aber auch die Anwohner noch länger den Krach am Himmel ertragen. Für die Pläne zur Nachnutzung des Geländes in Tegel gebe es mehrere Varianten, sagte der Sprecher der Tegel Projekt GmbH, Peter Strunk. Eine davon beruhe auf der Annahme einer Übergabe des Geländes im Jahr 2016.

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