• Berlin am Internationalen Kindertag: „Es wäre toll, wenn die Menschen etwas freundlicher sein könnten“

Berlin am Internationalen Kindertag : „Es wäre toll, wenn die Menschen etwas freundlicher sein könnten“

Am Sonnabend wurde weltweit der Internationale Kindertag begangen. Drei Tagesspiegel-Kinderreporter erzählen, was sie sich für Berlin wünschen.

Wie sähe Berlin wohl aus, wenn die Kinder das Sagen hätten?
Wie sähe Berlin wohl aus, wenn die Kinder das Sagen hätten?Foto: dpa

Mit Festen, Spielen und Veranstaltungen, etwa einem Kindertag im Zoo, wird an diesem Sonnabend in Berlin der Internationale Kindertag gefeiert. In der DDR gab es ihn seit 1950, auch in den meisten früheren Ostblockstaaten standen die Kinder am 1. Juni im Mittelpunkt. In der alten Bundesrepublik gab es statt dessen den am 30. September gefeierten Weltkindertag, der von der UN-Vollversammlung empfohlen worden war. Beide Tage hatten nach der Wiedervereinigung Bestand, die Kinder werden seither in Deutschland an zwei Terminen gefeiert. Inga Nelli hat drei Tagesspiegel-Kinderreporter gefragt, was ihnen anlässlich des Internationalem Kindertages wichtig ist.

Museen für alle

Ich bin Lina. Wenn ich in Berlin etwas verändern könnte, würde ich dafür sorgen, dass es mehr Spielplätze und Skateparks gibt und dass auch andere Altersgruppen bedacht werden. Berlin ist sehr schön, groß und bietet interessierten Kindern viele Möglichkeiten. Ich gehe sehr oft ins Museum und bin zum Beispiel am Tag der Museen sehr aktiv. Ich finde Museen, insbesondere diejenigen, wo man selber experimentieren kann, sehr schön.

Jakob wünscht sich eine grüne Stadt.
Jakob wünscht sich eine grüne Stadt.Foto: Thilo Rückeis

Mir gefallen besonders das Spektrum und das Technikmuseum. Ich würde mich freuen, wenn man noch viel mehr Kindern zeigen könnte, wie schön und toll so ein Museumsbesuch sein kann. Damit Kinder noch mehr erleben können, fände ich es schön, wenn viele Dinge nicht so viel kosten würden.

Wenn ich an meine Nachbarschaft in Lichterfelde denke, finde ich sie schön so wie sie ist. In meiner Schule gibt es viele Kinder aus unterschiedlichen Ländern. Das ist schön, weil man dadurch die unterschiedlichen Menschen und Kulturen kennenlernt. Ich finde, dass Berlin eine sehr wichtige Stadt für die Politik in Deutschland ist und etwas mehr für den Umweltschutz tun könnte. Von Fridays for Future habe ich gehört. Selbst demonstriert habe ich aber nicht.

Tempo rausnehmen

Ich bin Jakob. Wenn ich zum Kindertag ein paar Wünsche frei hätte, würde ich mehr Radwege bauen, weil Radfahren schöner ist als Autofahren. Außerdem wäre es für den Klimaschutz generell gut, wenn es ein bisschen weniger Autos geben würde. Wenn ich an das momentane Weltgeschehen denke, beschäftigt mich der viele Müll, der herumliegt. Zudem ist es leider etwas dreckig in Berlin. Es wäre schön, wenn die Stadt etwas sauberer sein könnte.

Jella genießt die Vielfalt der Großstadt.
Jella genießt die Vielfalt der Großstadt.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Aber generell finde ich Berlin ziemlich cool. Ich würde mir nur wünschen, dass etwas weniger Grünflächen bebaut würden. Das Tempelhofer Feld beispielsweise soll nicht bebaut werden, sondern so bleiben wie es ist. Ich finde es sehr schön dort. Ich selbst wohne in Prenzlauer Berg. Mir gefällt hier besonders gut, dass viele meiner Freunde in der direkten Nachbarschaft wohnen. Eigentlich fehlt mir hier nichts, bis auf eine Schwimmhalle in der Nähe. Das wäre ganz schön. Hinsichtlich der Schule wäre es klasse, wenn sie eine halbe Stunde später beginnen könnte. Dann könnte man sich besser konzentrieren.

Berlin ist eine große Stadt und viele Menschen sind sehr gestresst, weil sie schnell irgendwo hin müssen. Da wird man oft einfach mal ausgeschimpft, besonders wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Es wäre toll, wenn die Menschen in Berlin etwas freundlicher sein könnten.

Müll in den Eimer

Ich bin Jella. Ich würde gerne ein paar Dinge ändern, damit wir Kinder weniger auf die Erwachsenen angewiesen sind. Weil das Fahrradfahren in Berlin häufig zu unsicher ist, werden wir von den Eltern mit dem Auto gefahren. Man müsste mehr dafür tun, dass Kinder auch alleine unterwegs sein können. So könnte man zum Beispiel Fahrradwege verbreitern.

Wenn ich in der Politik wäre, würde ich auch mehr auf Kinder und ältere Menschen achten. Ich würde mich umhören, würde fragen, welche Probleme es gibt und härter durchgreifen. Ich finde es schade, dass jeder zweite Mensch raucht und die Zigaretten einfach auf den Boden schmeißt.

Ich denke momentan auch sehr viel über Plastikmüll nach. Es wäre schön, wenn die Firmen Getränke häufiger in Glasflaschen abfüllen würden oder andere umweltfreundlichere Materialien verwenden würden. Man könnte weniger Plastik herausgeben und die Menschen etwas mehr dazu animieren, beispielsweise selbst Teller oder ähnliches mitzubringen, damit es nicht so ein großes Problem ist. Zudem schmeißen die Menschen ihren Müll oft einfach auf den Boden, obwohl ein paar Meter weiter ein Mülleimer steht. Das nervt mich total.

Lina geht gerne ins Museum.
Lina geht gerne ins Museum.Foto: Thilo Rückeis

Ich wohne in Heiligensee. Hier ist es nicht so städtisch, weil es ein Vorort von Berlin ist. Man hat hier mehr Ruhe. Das gefällt mir gut. Gleichzeitig ist man aber immer noch gut mit Bahn und Bus gut angebunden. Ich würde mir wünschen, dass jeder nach Heiligensee ziehen könnte, wenn er will. Wohnung sollten nicht so teuer sein. Wenn ich etwas von Mitte nach Heiligensee bringe könnte, würde ich mehr Einkaufsmöglichkeiten schaffen.

Berlin generell ist schön. Mir gefällt gut, dass es sehr vielfältig ist. Die Menschen sind von überall her und alle ganz unterschiedlich. Berlin hat auch eine sehr tolle Geschichte und bietet viele Möglichkeiten.

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!