Berlin-Charlottenburg : Eltern sprechen von mehreren Übergriffen in Kita

Nach den Missbrauchs-Anzeigen in einer Charlottenburger Kita wenden sich Eltern nun an die Öffentlichkeit und wehren sich gegen den Vorwurf, sie hätten Erzieher bedroht.

Foto: picture alliance / dpa

Die Notbetreuung für bis zu 25 Kinder ist zwar organisiert, aber Ärger, Ängste, Aufregung und Verdächtigungen sind in der Charlottenburger Kita „Kamminer Schlösschen“ auch nach einem Elternabend am Montag weiterhin akut.

Wie berichtet liegen zwei Anzeigen gegen einen Mitarbeiter der Einrichtung wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern vor. Beide Anzeigen wurden von Eltern erstattet.

Auf Anfrage konkretisierte die Mutter Angeliki K. am Dienstag diesen Vorwurf aus ihrer Sicht auch im Namen weiterer Eltern. Es handele sich um mehrere mutmaßliche Fälle von Belästigungen durch einen Mitarbeiter, der nicht als Erzieher, sondern in anderen Bereichen tätig gewesen sei. Mehrere Kinder seien betroffen. Etliche Eltern hätten Erzählungen ihrer Kinder dazu schriftlich festgehalten, es sei aber noch nichts bewiesen.

Ermittlungen der Polizei ergaben bisher keinen schweren Übergriff

Ein Polizeisprecher teilte am Dienstag mit, das Landeskriminalamte habe bereits in der Angelegenheit ermittelt, bisher sei aber „kein schwerer sexueller Übergriff“ feststellbar gewesen. Nach Auskunft des Berliner Trägers der Kindertagesstätte, der MiniKitas First gGmbH, ist der verdächtigte Mitarbeiter zurzeit nicht mehr in der Einrichtung tätig. Dort werden die Kinder bis zum Start der Kitaferien in der kommenden Woche im Rahmen eines Notbetriebes täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr betreut.

Nach einem Eklat in der Kita in der vergangenen Woche ist die Zahl der Betreuer aber offenbar unter anderem durch eine Krankmeldung stark gemindert. Laut Träger hatte sich das Team durch Eltern bedroht gefühlt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Ein Vater sei derart aggressiv aufgetreten, dass er Hausverbot erhielt und die Polizei gerufen wurde. Diesen Vorfall bestätigt die Vertreterin der Eltern, Angeliki K.. „Das war aber ein Einzelfall“, betont sie. Alle anderen Eltern hätten sich „fair und zivil“ gegenüber den Kita-Mitarbeitern verhalten. „Keiner von uns hat gedroht.“ Die Eltern als Täter und die Mitarbeiter der Kita als Opfer darzustellen, gehe an der Sache vorbei.

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