Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf : Schmargendorfer Kirche kann wieder läuten

Dass die Trauerglocke wieder ertönen kann, nennt Pfarrer Andreas Groß " ein echtes Gemeinschaftswerk". Jetzt soll sie auch freudige Ereignisse verkünden.

Die 2008 herabgestürzte 6,5 Tonnen schwere Glocke soll ab Sonntag wieder läuten.
Die 2008 herabgestürzte 6,5 Tonnen schwere Glocke soll ab Sonntag wieder läuten.Foto: DDP

Neun Jahre ist es her, dass die 6,7 Tonnen schwere Trauerglocke der evangelischen Kreuzkirche Schmargendorf am Hohenzollerndamm aus ihrer Halterung in den Glockenstuhl stürzte. Verletzt wurde niemand, aber das ganze Tragwerk musste abgebaut werden – und so wurde es buchstäblich still um die 88 Jahre alte Kirche. Nun ist der Schaden nach zweijährigen Planungen und monatelangen Bauarbeiten behoben. Am heutigen Sonntag um 11 Uhr weihte die Gemeinde ihr Geläut mit einem Festgottesdienst ein, danach gab es einen Sektempfang.

„ein echtes Gemeinschaftswerk“

Laut Pfarrer Andreas Groß war die bis zu 300.000 Euro teure Erneuerung des ganzen Glockenstuhls „ein echtes Gemeinschaftswerk“. Gemeindemitglieder sammelten mehr als 200.000 Euro, Privatleute spendeten teils vierstellige Summen. Hinzu kommt ein Zuschuss des Evangelischen Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Arbeiten dauerten am Ende etwas länger als geplant. Eigentlich sollten alle vier Glocken bereits Ende Oktober zum 500. Reformationstag wieder läuten.

Die große Glocke erklang vor allem bei Trauerfeiern, daher der Name Trauerglocke. Nach dem Absturz glaubten alle, sie müsse ersetzt werden. Doch dann zeigten Untersuchungen, dass sie nur eine Schramme hat, die nichts am Klang ändert. Von Januar an sollen drei der Glocken täglich von 9 bis 21 zur vollen Stunde läuten. Die größte ertönt um 12 und 18 Uhr – und zu besonderen Anlässen, bei denen es sich künftig auch um fröhliche Ereignisse wie Hochzeiten handeln kann.

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