Berlin erwartet nächsten Stau : Brücke am Union-Stadion wird zur Baustelle

Die Fans des künftigen Erstligisten müssen weiterhin Schlange stehen. Zwei weitere Brücken werden ab Montag komplett gesperrt.

Das Fußball-Stadion "An der Alten Försterei" des 1.FC Union Berlin in Köpenick.
Das Fußball-Stadion "An der Alten Försterei" des 1.FC Union Berlin in Köpenick.Foto: dpa

Die Berliner Brückenmisere nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. An diesem Montag werden nach Angaben der Senatsverwaltung für Verkehr drei Brücken voll gesperrt. Zwei müssen dringend saniert werden, eine ist baufällig und nicht mehr standsicher. Inklusive der drei Neuzugänge sind derzeit sieben wichtige Brücken in der Stadt teilweise oder voll gesperrt: Mühldendammbrücke in Mitte, Oberbaumbrücke in Friedrichshain-Kreuzberg, Wuhletalbrücke in Marzahn, Sellheimbrücke in Pankow, Monumentenbrücke in Schöneberg, Lange Brücke und Allende Brücke in Köpenick. Die Rudolf-Wissel-Brücke im Zuge der Stadtautobahn hat bislang nur äußere Schäden, könnte jedoch auch bald auf die Liste kommen, ein Ersatzneubau ist bereits in Planung.

Ein wenig bekannter Kandidat auf der Liste maroder Brücken war bislang die Pyramidenbrücke an der Wuhlheide in Köpenick. Diese Querung des Flüsschens Wuhle ist zwar mit 14 Metern recht kurz und unscheinbar, befindet sich aber auf einer wichtigen Zufahrtsstraße zum neuen Erstligisten Union Berlin. Dort bricht bei Heimspielen regelmäßig der Verkehr zusammen, weil die Fans aus allen Richtungen zum Stadion an der Alten Försterei strömen und dabei Tramlinien und Straßen queren. Eine Brückenbaustelle wäre ein zusätzliches Hindernis.

Ursprünglich war geplant...

Trotzdem soll die Pyramidenbrücke ab dem Frühjahr 2020, also mitten in der Rückrunde der Bundesliga, abgerissen und neu gebaut werden. Das hat Arne Huhn, Projektleiter bei der Bauverwaltung, in einem Interview für Radio Eins erklärt. Zunächst würden zwei Behelfsbrücken gebaut, für Fußgänger und Leitungen, in weiteren Bauabschnitten sollen dann Fahrspuren reduziert und Tramgleise verlegt werden. Dass die Brücke ausgerechnet 2020 saniert wird, erklärt Huhn mit dem Ausfall der Allende-Brücke, die wegen Rissbildungen seit Januar 2019 gesperrt ist. Die Straße An der Wuhlheide ist eine wichtige Umleitungsstrecke. Bis Ende des Jahres soll die erste Teilbrücke des Allende-Neubaus fertig sein, dann würden sich die Verkehrsströme wieder etwas verlagern. Ursprünglich sei geplant gewesen, mit dem Neubau der Pyramidenbrücke schon in diesem Jahr zu beginnen.

Die Planungen der Brückenbauabteilung der Senatsverwaltung für Verkehr werden immer wieder durch Hiobsbotschaften zunichte gemacht. Ein langer Riss an der Elsenbrücke führte im August 2018 zu einer Totalsperrung der östlichen Brückenhälfte und einer aufwändigen Planung für eine Behelfsbrücke und einen Neubau. In der Verwaltung werden schon Gebete gesprochen, die westliche Brückenhälfte möge noch ein paar Jahre durchhalten. Ohne diese Querung im Zuge der Bundesstraße 96a käme das Verkehrsgefüge im Südosten der Stadt völlig aus dem Takt.

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