Berlin-Glosse : Der Gender Yay! Gap

In Brandenburg verdienen Frauen 127 Euro mehr als ihre Kollegen. Potsdamerinnen verdienen sogar drei Euro mehr als Berlinerinnen. Auf nach Brandenburg, Schwestern!

Brandenburgerinnen verdienen im Schnitt 127 Euro mehr als ihre männlichen Mitbürger. Klingt nach wenig, aber es läppert sich.
Brandenburgerinnen verdienen im Schnitt 127 Euro mehr als ihre männlichen Mitbürger. Klingt nach wenig, aber es läppert sich.Foto: Patrick Seeger/dpa

Seit Januar gilt das Lohntransparenzgesetz. Es setzt auf nackte Zahlen. Und eleganten Smalltalk-Schnipseln – à la „Was verdienen Sie?“, „Mehr, als ich bekomme“ – ein Ende. Angetreten, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu schließen, berechtigt der Auskunftsanspruch, Gehälter von Kollegen zu erfahren. Kollegen des anderen Geschlechts, wohlgemerkt. Frauen verdienen ja 21 Prozent weniger als Männer in Deutschland.

In ganz Deutschland? Nein. Ein von unbeugsamen Brandenburgern bevölkertes Bundesland hört nicht auf, dem bisherigen „Gender Pay Gap“ Widerstand zu leisten. Und dreht ihn um: Frauen in Brandenburg verdienen mehr als Männer. Bei so einer Meldung klappt dem Berliner – aufgeklärt und stets auf den hinterwäldlerischen Brandenburger niederblickend – die Kinnlade runter.

So verdienen laut Arbeitsagentur die märkischen Ladys im Schnitt brutto 2501 Euro – 127 mehr als ihre Kollegen. Das ist die bundesweit größte Lohndifferenz zugunsten des sonst gehaltsschwachen Geschlechts. Und Berliner? Die verdienen 3082 Euro, 111 Euro mehr als Berlinerinnen.

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Und zu allem Überfluss verdienen Potsdamerinnen auch noch drei Euro mehr als ihre Berliner Kolleginnen. Da bleibt eigentlich nur eine Versetzung in die Redaktion der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, der Schwesterzeitung des Tagesspiegel. Natürlich erst nach Wahrnehmung des Auskunftsanspruches.

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