• Berlin-Hellersdorf: Beerdigung ihres Babys - Flüchtlingsfamilie wartet auf Termin beim Amt

Berlin-Hellersdorf : Beerdigung ihres Babys - Flüchtlingsfamilie wartet auf Termin beim Amt

Eine Familie bittet beim LAF um Kostenübernahme für ihr nach der Geburt verstorbenes Kind. Kurz darauf erhält sie dessen Steueridentifikationsnummer.

Kurz nach der Geburt starb das Kind der Familie (Symbolbild).
Kurz nach der Geburt starb das Kind der Familie (Symbolbild).Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Vom Schicksal einer Flüchtlingsfamilie berichtete Gottfried Martens, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Steglitz, am Sonntagabend in einem Facebook-Post: „Das Kind einer Familie aus der Gemeinde stirbt zwei Stunden nach der Geburt. Die Familie geht mit einem auf Deutsch verfassten Schreiben ihres Heims zum Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten in Berlin, um eine Kostenübernahme für die Beerdigung zu erbitten.“

Dort habe man das Schreiben angeschaut und gesagt: „Sie haben in zweieinhalb Wochen hier einen regulären Termin. Bitte stellen Sie dann einen Antrag auf Kostenübernahme.“ Die Flüchtlingsfamilie, die in einer Unterkunft in Hellersdorf wohnt, wurde weggeschickt, bis heute wartet sie auf den Termin, bis heute ist das Kind nicht beerdigt.

Einige Tage später erhält sie Post mit der Steueridentifikationsnummer für ihren Sohn. Verbunden mit dem Hinweis, diese sorgfältig aufzubewahren, weil er sie in seinem ganzen Leben immer brauchen werde. Willkommen in Deutschland.

Dieser Text erschien zuerst in unserem Berlin-Newsletter Checkpoint. Hier abonnieren: checkpoint.tagesspiegel.de

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