Berlin-Mitte : Schimmel-Probleme in Berlins Schulen und Ämtern

Ämter, Schulen und das Haus der Gesundheit sind von Schimmel befallen. Unter anderem sind auch Einschulungsakten für das kommende Schuljahr betroffen.

Fabian Schmidinger
Schimmelbefall von Akten: 150 künftige Schüler wissen noch nicht auf welche Schule sie gehen werden.
Schimmelbefall von Akten: 150 künftige Schüler wissen noch nicht auf welche Schule sie gehen werden.Foto: DPA

Erst Schimmel im Weddinger Haus der Gesundheit, in der Karl-Craemer-Grundschule, im Bauaktenarchiv und nun im Schulamt Mitte in der Karl-Marx-Allee. „Dort ist Wasser eingedrungen, was lange nicht aufgefallen ist“, sagt Bildungsstadtrat Carsten Spallek (CDU).

Außer dem Wasserschaden gibt es aber ein weiteres Problem: Die Einschulungsakten für das kommende Schuljahr sind von Schimmel befallen und können deshalb nicht eingesehen werden. Seit Wochen warten Eltern auf Bescheide, welche Schule ihr Kind besuchen wird.

Aber auch die Schulen selbst stehen vor einem Rätsel, denn sie wissen nicht, wie viele und welche Kinder sie bekommen. Betroffen sind insgesamt etwa 150 Schüler, wie Spallek sagte. Dabei geht es speziell um Kinder, die in eine Schule außerhalb ihres Einzugsbereiches gehen wollen. Die Anträge auf den Schulwechsel liegen in zwei feuchten Kellerräumen in der Karl-Marx-Allee.

Schimmel auch im Bauaktenarchiv

Eine Reinigungsfirma ist nach Angaben Spalleks inzwischen damit beschäftigt, die Kellerräume zu dekontaminieren. Nun müsse man allerdings noch weitere drei Wochen warten, um die Akten einzusehen. Die Eltern sitzen derweil auf glühenden Kohlen.

Das ist auch dem Schulamt bewusst. „Ich habe deshalb veranlasst, dass die Reinigungsfirma in die kontaminierten Räume geht und die notwendigen Akten einscannt, damit wir schneller an die Informationen kommen“, sagt der Bildungsstadtrat.

Warum digitale Akten heutzutage noch kein Standard sind, darüber könne auch er nur den Kopf schütteln. „Der Schimmelbefall ist Ergebnis der jahrelangen Sparpolitik“, sagt der Vorsitzende des Bezirkselternausschusses, Armin Gaspers.

Vor etwa einem halben Jahr musste das Bauaktenarchiv des Bezirks im Dienstgebäude in der Weddinger Schulstraße 99 schließen. Auch dort wurde eine erhöhte Belastung des Gebäudes mit Schimmelpilzsporen festgestellt.

Die Folge ist, dass Unterlagen seither nicht eingesehen werden können. „Alle dort verwahrten Akten müssen wegen der Kontamination manuell gereinigt werden“, teilte das Bezirksamt mit. Es gebe daher keine Möglichkeit, an die Akten zu gelangen. Frühestens im ersten Halbjahr 2019 sei mit einer Lösung des Schimmelproblems zu rechnen.

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