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Berlin-Treptow : Elsenbrücke halb gesperrt: Mega-Verkehrschaos in Richtung Ostkreuz

Die dreispurige Fahrbahn in Richtung Ostkreuz ist bis Dienstagnachmittag komplett gesperrt. Ursache ist ein Riss im Stahl des Bauwerks.

Foto: Tagesspiegel
Nichts geht mehr. Megastau vor der Elsenbrücke Richtung Ostkreuz

Bei einer Routineuntersuchung wurde der Schaden am Donnerstag festgestellt, eine zweite Untersuchung am Freitagvormittag bestätigte das Ergebnis. Als die Diagnose "Riss im Stahl an der Unterseite der Brücke" damit eindeutig vorlag, veranlasste die Senatsverkehrsverwaltung sofort die einseitige Sperrung des Bauwerks ab Freitag, punkt 14 Uhr. Wie gravierend der Schaden ist und was dazu führte, wurde von der Behörde bislang noch nicht mitgeteilt. Gefährdet ist aber offenbar nur die Fahrbahnseite Richtung Friedrichshain.

Ab Dienstag gibt's eine Notlösung

Bis Dienstagnachmittag müssen Autofahrer in Richtung Osten folglich größere Umwege zurücklegen, entweder über die neue Minna-Todenhagen-Brücke bei Schöneweide oder die Kreuzberger Oberbaumbrücke. Danach, der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, kann die Elsenbrücke laut Behörde zumindest stark eingeschränkt wieder in beiden Richtungen genutzt werden. Die Autos rollen dann auf jeweils zwei Spuren über die normalerweise dreispurige Gegenfahrbahn. Um dies zu ermöglichen soll der Randstreifen zusätzlich als Spur genutzt werden. Die Vorarbeiten für diese Notlösung seien bereits angelaufen, heißt es, man benötige aber noch Zeit bis zum späteren Dienstagnachmittag.

Vor der Brücke geht in Treptow nichts mehr

Wie lange die Reparaturarbeiten andauern werden und die drei Spuren Richtung Ostkreuz folglich dicht sind, war am Freitag noch völlig unklar. "Darüber kann derzeit keine Aussage getroffen werden", teilte die Senatsverwaltung mit.

Kaum hatten Polizisten und Arbeiter am Freitag die Sperrschilder aufgestellt, stauten sich die überraschten Autofahrer in langen Schlangen vor der Brücke. Auch der von vielen sofort genutzte Umweg zur Oberbaumbrücke war rasch dicht. Stundenlang ging dort nichts mehr, auch nicht auf der Puschkinallee. Die Verkehrsinformationszentrale empfiehlt, den Bereich ab sofort großräumig zu umfahren, zumal auch während der Notlösung mit weiteren Staus zu rechnen ist. Kritik, sie hätten nicht rechtzeitig über die Sperrung informiert, kontern die Verantwortlichen mit dem Hinweis, dafür sei keine Zeit gewesen. "Es musste ja alles ganz schnell gehen."

Auch zwei BVG-Buslinien sind bis zum Beginn der Notlösung am Dienstagnachmittag durch die Sperrung unterbrochen. Die Linien 104 und 194 enden jeweils vor der Elsenbrück - die Linie 104 am Treptower Park, die Linie 194 am S-Bahnhof Ostkreuz. Der 194er Bus könnte zwar nach Alt-Treptow weiterfahren, er käme dann aber nicht mehr zurück.

Die Elsenbrücke wurde in den Jahren 1964 bis 1968 gebaut. Ihre jahrzehntelange Nutzung führte zu Schäden an den Fahrbahnen, an der Abdichtung und an den Widerlagern. Von 2006 bis 2009 ließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführen. Diese verursachten schon damals erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen.

Berlins Brücken werden alle drei Jahre auf ihre Sicherheit hin gründlich untersucht. Doch auch dazwischen gibt es weniger aufwändig angelegte Prüfungen.

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