Berlin-Wilmersdorf : Geld für die verrostete Revolutionärin

Das Denkmal für Rosa Luxemburg am Spichernplatz soll jetzt saniert werden. Seit 1984 steht das Kunstwerk dort und gibt Rätsel auf.

Das Rosa-Luxemburg-Denkmal am Spichernplatz ist verrostet und beschmiert. Doch nun soll sich das ändern.
Das Rosa-Luxemburg-Denkmal am Spichernplatz ist verrostet und beschmiert. Doch nun soll sich das ändern.Foto: Cay Dobberke

Kaum jemand weiß, dass die marode Installation am Spichernplatz in Wilmersdorf ein Denkmal für Rosa Luxemburg ist. Die rosafarbene Eisenskulptur „Von der Dicken Berta zur Roten Rosa“ steht seit 1984 auf der Mittelinsel am Spichernplatz zum Gedenken an die 1919 ermordete Revolutionärin.

Das Werk des israelischen Bildhauers Igael Tumarkin ist verrostet, mit Graffiti beschmiert und teils ausgebleicht. Seit Jahren fordern Anwohner, die bezirkliche Seniorenvertretung und manche Bezirksverordnete eine Reparatur.

Jetzt sagt Kultur- und Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), sie habe „das Hauptproblem gelöst“. Während einer Israel-Reise besuchte sie den Schöpfer der Skulptur in Tel Aviv und holte seine Zustimmung ein. Tumarkin habe „fast geweint vor Freude“. Noch in diesem Jahr soll es losgehen. Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) will das Denkmal mit Geld aus dem Programm „Kunst am Bau“ auffrischen lassen.

Aber bitte mit Info

Die Skulptur ist rätselhaft. Man sieht Eisenbahnschienen, darauf das Modell eines Mörsers aus dem Ersten Weltkrieg (Spitzname: „Dicke Berta“ oder „Dicke Bertha“) und ein Porträtrelief. Dessen Ähnlichkeit zu Rosa Luxemburg ist nicht gerade augenfällig.

Der Künstler wollte den Weg vom Weltkrieg bis zur Novemberrevolution 1918/19 symbolisieren. Stadträtin Schmitt-Schmelz sah auf Nachfrage ein, dass eine erklärende Infotafel wohl sinnvoll wäre und will darüber mit der BVV beraten.

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