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Berlin-Zehlendorf : Drei Schwerverletzte nach Explosion in Zehlendorfer Kneipe

Bei einer Explosion in der Bar Casablanca in Zehlendorf sind am Donnerstagmorgen drei Gäste schwer verletzt worden. Grund war wohl der unsachgemäße Gebrauch einer Gasflasche. Der verantwortliche Mitarbeiter berichtet.

Paul Lütge
So sieht es am Donnerstagvormittag vor der Zehlendorfer Bar Casablanca aus. Am frühen Morgen war es zu einer Explosion gekommen.
So sieht es am Donnerstagvormittag vor der Zehlendorfer Bar Casablanca aus. Am frühen Morgen war es zu einer Explosion gekommen.Foto: Paul Lütke

Die Fenstergläser sind zersprungen, der Sonnenschirm eingeknickt. Etliche Scherben und Blutspritzer vor der Eingangstür: Die Explosion in der Kneipe „Casablanca“ hat deutliche Spuren hinterlassen. Drei Menschen wurden bei der Detonation in der Bar in Zehlendorf am frühen Donnerstagmorgen schwer verletzt. Es handelt sich um Gäste der Bar. Einer der Verletzten musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Eine Sprecherin der Polizei erklärte, das Unglück sei „höchstwahrscheinlich“ auf den falschen Gebrauch einer Propangasflasche zurückzuführen.

Laut Feuerwehr ist das Unglück wahrscheinlich auf den falschen Gebrauch einer Propangasflasche zurückzuführen: „Wir fanden eine Gasflasche vor der Bar“, sagt Dominik Pretz von der Pressestelle der Berliner Feuerwehr. „Diese wurde wohl falsch verwendet und trug zur Explosion bei.“ Gegen 5.50 Uhr wurde die Feuerwehr an die Kreuzung zwischen Potsdamer Straße und Teltower Damm gerufen. Mit 28 Rettern war sie vor Ort.

Die Bar Casablanca befindet sich im Erdgeschoss eines dreistöckigen Gebäudes. Noch Stunden nach der Explosion laufen Polizisten vor der Kneipe auf und ab. Hinter dem abgesperrten Bereich steht ein Mitarbeiter der Bar. Freunde umarmen ihn, die Stimmung ist bedrückt.

Der Mitarbeiter, der ungenannt bleiben möchte, schildert das Ereignis. Er arbeitete als Einziger am frühen Morgen in der rund um die Uhr geöffneten Bar: „Die Grillgasflasche war leer und musste gewechselt werden. Sie war zu, und ich habe wie immer den Schlauch abgemacht.“

Der Mitarbeiter hörte Gas austreten und drehte die Flasche mit einer Zange wieder zu. „Ich sagte zu den sechs Gästen, die noch in der Bar waren, dass sie rausgehen sollen. Als ich aus der Tür ging, hörte ich nur noch einen lauten Knall.“

Anneliese Klempp wohnt in der Nähe der Bar und hörte die Explosion. „Ich wurde vom Knall aufgeweckt“, berichtet sie. „Zuerst dachte ich, es sei ein Verkehrsunfall gewesen. Von meinem Balkon aus konnte ich viele Feuerwehrautos sehen. Später kam auch noch ein Hubschrauber.“

Möglicherweise befand sich während der Detonation noch einer der Gäste in der Bar. So berichten es der Mitarbeiter und die Berliner Polizei. Nach Angaben der Feuerwehr wurden alle drei Verletzten draußen vor dem Gebäude gefunden. „Wir haben unterschiedliche Informationen zu dem Vorgang“, erklärt Michael Gossen, Pressesprecher der Polizei.

Das Brandkommissariat ermittelt nun wegen Fahrlässigkeit. Der Barangestellte hofft, dass er bald neue Informationen über die Verletzten bekommt. Der Mann, der mit dem Hubschrauber abgeholt wurde, sei ein guter Freund, sagt er.

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