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Berlin-Zehlendorf : Umstrittene Schulschließung vom Tisch - zumindest teilweise

Das geplante Ende der Pestalozzi-Schule löste Empörung aus. Bis am Mittwochabend plötzlich andere Vorgaben bekannt wurden.

In Sicherheit. Zumindest vorerst. Die Pestalozzi-Schule am Hartmannsweilerweg in Zehlendorf darf jetzt doch erstmal wieder Schüler aufnehmen.
In Sicherheit. Zumindest vorerst. Die Pestalozzi-Schule am Hartmannsweilerweg in Zehlendorf darf jetzt doch erstmal wieder Schüler...Foto: Thilo Rückeis

Die Schließung der Zehlendorfer Pestalozzi-Schule wird vorerst nicht wie geplant weiter betrieben. Dies berichtete Gesamtelternsprecher Christian Meinke nach einer Elternversammlung am Mittwochabend mit Hinweis auf eine entsprechende Ankündigung der Schulaufsicht gegenüber der Schulleitung. Alle drei Bereiche – Grundschule, das Förderzentrum für Lernbehinderung und das Förderzentrum geistige Entwicklung – blieben erstmal erhalten, hieß es. Es würden auch wieder in dritten und siebten Klasse Schüler aufgenommen.

Bei der Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) klang das etwas zurückhaltender. Sie teilte lediglich mit, dass "das Auslaufen des Förderzentrums vom Tisch ist". Und die Grundschule? Am Donnerstag teilte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) auf Anfrage mit, es werde jetzt „geprüft, ob die Grundschule auch ab dem Schuljahr 2019/20 noch Grundschüler aufnehmen kann“.

Das Förderzentrum darf wieder Schüler aufnehmen

Nach den ursprünglichen Planungen, die bis Ende Januar galten, sollte "nach den Entscheidungen der regionalen Schulaufsicht und des Schulamts Steglitz-Zehlendorf das Förderzentrum Pestalozzi-Schule auslaufen", hatte die Schulleiterin den Eltern mitgeteilt. Mit Beginn des kommenden Schuljahres würden "keine neuen Schülerinnen und Schüler für die Klassen 3 und 7 des Förderzentrums" aufgenommen.

Dieser Teil der Ankündigung wurde offenbar zurückgenommen.

Zudem hieß es in dem Brief der Schulleiterin, dass die Grundschule nur noch dieses Jahr, nicht aber 2019/20 eine erste Klasse aufnehmen solle. Für das Schuljahr 2020/2021 sei dann vorgesehen, "die noch bestehenden Grundschulklassen als Filialklassen der Zinnowwald-Grundschule zu führen". Denn die Zinnowwald-Schule ist nicht ausgelastet.

Schüler und Eltern protestierten am Montag gegen die geplante Schließung der Pestalozzi-Schule in Berlin-Zehlendorf.
Schüler und Eltern protestierten am Montag gegen die geplante Schließung der Pestalozzi-Schule in Berlin-Zehlendorf.Foto: Thilo Rückeis

Angesichts der widersprüchlichen Informationen sind die Eltern vorsichtig geworden. Daher halten sie an ihrem Plan fest, die BVV am 21. Februar für weitere Anfrage an das Bezirksamt zu nutzen.

Die Position von Bildungs-Stadtrat Frank Mückisch (CDU) ist zurzeit unklar: Einerseits hieß es, dass sein Schulamt die Abwicklung der Schule mitgetragen habe, andererseits votierten die CDU-Fraktionen auf Bezirks- und Landesebene dagegen. Die SPD-Fraktion setzt jetzt auf weitere Informationen des Bezirksamtes.

Wurden Familien "wegberaten?"

Die Schließungspläne werden mit den geringen Schülerzahlen im Bezirk begründet. Es heiß zudem von Seiten der Bildungsverwaltung, dass die Schule schwach nachgefragt sei, weshalb die Klassen nicht ausgelastet seien. Eltern hingegen berichteten, sie seien im Namen der Inklusion von Schulamt und Schulaufsicht "wegberaten" worden. Zudem habe es einen Aufnahmestopp für das Förderzentrum gegeben. Das sei der eigentliche Grund für die sehr kleinen Klassen.

Wie berichtet, hatten Eltern und Mitarbeiter erst kurz vor den Winterferienplänen erfahren. Die Ankündigung löste Empörung aus: Eigentlich kann nur die BVV über Schulschließungen entscheiden.

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