Berlinale 2019 : Es schwimmt eine Leiche im Wannsee

Spot an, Kamera läuft: "Books at Berlinale" versucht ausgewählte Romane zu promoten, sodass sie verfilmt werden. Zwölf Werke werden diesmal vorgestellt.

Bald Filmstoff? Auch "Die Tote im Wannsee" wurde für Books at Berlinale gekürt.
Bald Filmstoff? Auch "Die Tote im Wannsee" wurde für Books at Berlinale gekürt.Foto: Mike Wolff

In Krimis spielte der Tagesspiegel schon wiederholt eine Rolle. Pieke Biermann nutzte das Blatt als Inspirationsquelle für ihren Szenekrimi „Potsdamer Ableben“ (1987). In Ian McEwans „Unschuldige“ (1990) ist die Zeitung Accessoire eines Berliner Haushalts Mitte der 50er Jahre: Der Kopf eines Erschlagenen wird abgetrennt und plumpst aufs Blatt. Im Krimi „Operation Gold“ von Petra Gabriel (2013) tritt sogar Chefredakteur Erik Reger samt einer Volontärin auf.

Der Tagesspiegel taucht in vielen Krimis auf

Auch im Roman "Die Tote im Wannsee" vom Autorentrio Lutz Wilhelm Kellerhoff (2018) taucht der Tagesspiegel wiederholt auf, als Lektüre der Figuren. Der Krimi spielt 1968, im Zentrum steht ein junger Polizist auf Mördersuche, der sich durchs soziale Gestrüpp aus Alt-Nazis, Stasi-Agenten und radikalen Studenten kämpfen muss. Bleibt zu hoffen, dass dieses publizistische Detail erhalten bleibt, sollte der Stoff wirklich verfilmt werden.

160 Bewerbungen aus 30 Ländern wurden eingereicht

Ein erster Schritt dazu steht am Montag bevor, wenn der Berlinale Co-Production Market in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse im Gebäude des Abgeordnetenhauses wieder „Books at Berlinale“ veranstaltet. Wie jährlich seit 2006 versucht man bei der Veranstaltung, Filmrechteinhaber und Filmproduzenten zusammenzubringen. Eine Kommission wählt aus den Einreichungen – diesmal über 160 aus mehr als 30 Ländern, so viele wie nie – zwölf Werke aus und stellt sie vor, darunter eben auch „Die Tote im Wannsee“.

Auch "Salz auf unserer Haut" gehört zu den Kandidaten

Weiter sind diesmal unter anderem dabei: „Salz auf unserer Haut“ von Benoîte Groult, bereits einmal verfilmt, „Keep Saying Their Names“ des Norwegers Simon Stranger oder „Alle, außer mir“ von Francesca Melandri. Bis solch ein Werk dann verfilmt ist, dauert es freilich. Vor drei Jahren verkaufte die Oetinger Filmrechte-Agentur die Rechte an Christine Nöstlingers „Konrad oder das Kind aus der Konservendose“, vor zwei Jahren dann die an dem in Berlin spielenden Jugendthriller „Staubgeboren - Die Stadt der Vergänglichen“ – „unter Option“. Beide Projekte sind noch in der Entwicklungsphase.

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