Berlinale : Die Bärentasche ist Spitze

Unter dem diesjährigen Accessoires im Berlinale-Shop liefen die Taschen besonders gut.

Ein Mann, ein Schal. Die Farben mögen sich wandeln, Dieter Kosslick (hier 2016) bleibt derselbe.
Ein Mann, ein Schal. Die Farben mögen sich wandeln, Dieter Kosslick (hier 2016) bleibt derselbe.Foto: dpa

Von Trude Herr ist überliefert, dass sie keine Schokolade wollte, sondern lieber einen Mann. Vor genau 58 Jahren landete sie mit ihrem Schoko-Bashing einen Hit, da war die Berlinale gerade mal zehn Jahre alt. Der Schlagerfilm „Marina“, in dem auch Trude Herr mit ihrem Song auftrat, hatte damals natürlich nie eine Chance, ins Festivalprogramm zu gelangen, trotz Heimvorteil, schließlich war er in den Spandauer CCC-Studios entstanden. Überhaupt dürfte Schokolade in jenen uralten Zeiten keine Rolle bei der Berlinale gespielt haben, denn die fand ja noch mitten im Sommer statt, da wäre die süße Leckerei doch geschmolzen. Dann schon lieber einen Mann – oder eine Frau, je nach Gusto.
Heute dagegen ist Schokolade durchaus Bestandteil der Festspiele, selbstverständlich bio und den Bedingungen von Fair Trade unterworfen – als nougathaltiges Souvenir, erhältlich im Berlinale-Shop. Jedenfalls theoretisch, denn in der Praxis ist solch eine Tafel nicht mehr zu haben: Ausverkauft. Wie manches andere.

Heiß begehrt: die diesjährige Berlinale-Tasche.
Heiß begehrt: die diesjährige Berlinale-Tasche.Foto: Jens Kalaene/dpa

Ein Feuerzeug, um sich die klammen Finger zu wärmen? Tasse, Tintenroller, die neue Brotdose? Nicht mehr bei der Berlinale. Lippenstift, Nagellack, Mascara-Stift? Im Sortiment des Sponsors L’Oréal, freilich ohne Bärenlogo, weiterhin präsent, weggekauft im Online-Shop des Festivals. An sich müsste man diesen Produkten also einen Publikumspreis zubilligen, vorneweg die diesjährigen Taschen, besonders die rote, einige Exemplare gibt es noch. Preiswürdig auch das dank Dieter Kosslicks modischer Vorliebe wohl berühmteste, schon klassische Accessoire, das die Berlinale seit Jahren zu bieten hat: der Schal. Diesmal grau mit rotem Logo, man konnte am Sonnabend im Shop-Schaukasten in den Potsdamer Platz Arkaden noch ein Exemplar bewundern, einer Schaufensterpuppe um den Hals gelegt. Erwerben konnte man das aus Merinowolle, Viskose, Polyamid und Kaschmir hergestellte Frostschutzmittel nicht mehr. Auch Herrenmützen waren weg. Angesichts der sinkenden Temperaturen sind das trübe Aussichten.

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