Berliner Abgeordnete zu Besuch in Paris : Die Ökobilanz der Klimaschutz-Senatorin

Für die Klimabilanz reist der Berliner Umweltausschuss mit dem Zug nach Paris. Nur die Grünen-nahe Senatorin Regine Günther kommt mit dem Flugzeug. Eine Glosse

Die Verkehrssenatorin von Berlin, Regine Günther (parteilos).
Die Verkehrssenatorin von Berlin, Regine Günther (parteilos).Foto: Paul Zinken/dpa

Im Vorfeld der schönen Reise gab es Ärger, weil die Grünen natürlich darauf beharrten, dass der Parlamentsausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf der Schiene nach Paris reist. Auch die schnelle Kombi von ICE und TGV brauchte über acht Stunden, um unsere Abgeordneten mit einer vertretbaren Klimabilanz von der Spree an die Seine zu befördern.

Aber die Strapazen sind gut überstanden, und die Delegation aus der deutschen Hauptstadt führte schon Gespräche im Pariser Rathaus und spazierte durch den CO2-neutralen Öko-Kiez Clichy-Batignolles. Ein Besuch des Umweltministeriums steht noch bevor, auch ein Treffen mit Vertretern der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF – und die Verkehrssenatorin Regine Günther twitterte voller Vorfreude ein Bild von der autofreien Zone an der Seine.

Unökologisch anreisen oder ökologisch fehlen?

Allerdings vergaß die Fachfrau für Umwelt und Klimaschutz zu erwähnen, dass sie zum politischen Tête-à-Tête in Paris mit dem Flugzeug unterwegs war, wie Mitglieder des Berliner Parlamentsausschusses mit süffisantem Lächeln zur Kenntnis nahmen.

Koalitionsvertreter warben um Verständnis. Man freue sich, verlautete aus den Reihen von Rot-Rot-Grün, dass die Senatorin trotz des extrem dicht besetzten Terminkalenders Zeit gefunden habe, an einem Teil des Programms in Paris teilzuhaben. Eine wahrhaftig schwierige Entscheidung für Günther, die zwar parteilos, aber den Grünen doch sehr nahe ist: entweder unökologisch anreisen oder ökologisch fehlen. Was schert mich das bisschen Kohlendioxid, wird sie gedacht haben – dabei sein ist alles.

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