Berliner Abgeordnetenhaus : Ermittlungen gegen FDP-Politiker Luthe

Gegen Marcel Luthe läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Grund ist die Auseinandersetzung mit einem Postboten.

Robert Kiesel
Der Abgeordnete Marcel Luthe (FDP) bei der Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses.
Der Abgeordnete Marcel Luthe (FDP) bei der Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Dem Berliner FDP-Abgeordneten Marcel Luthe droht neuer Ärger. Wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft gegenüber dem Tagesspiegel bestätigte, läuft gegen den zuletzt häufiger in die Schlagzeilen geratenen Politiker ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Anlass ist eine Auseinandersetzung Luthes mit einem Postboten.

Laut Staatsanwaltschaft beschuldigten sich die beiden Beteiligten dabei gegenseitig, den jeweils anderen körperlich attackiert zu haben. Der erst jetzt öffentlich gewordene Vorfall hatte sich zwar bereits im Januar dieses Jahres ereignet, bringt den FDP-Politiker aber dennoch in Erklärungsnot.

Luthe gilt in seiner Partei als "impulsiv"

So ließ Luthe, einer der fleißigsten Anfragesteller des Abgeordnetenhauses und selten um deutliche Aussagen verlegen, sämtliche Anfragen des Tagesspiegel unbeantwortet. Seiner statt teilte eine von Luthe eingeschaltete Anwältin mit, dass eine erste, im Tagesspiegel-Checkpoint vom Montag veröffentlichte Meldung über den Vorfall, „inhaltlich in keiner Weise den Tatsachen entspricht“.

Luthe, der auch von Mitgliedern der eigenen Partei als impulsiv beschrieben wird, hatte nicht zum ersten Mal Ärger mit einem Paketboten. Ein Video im Internet zeigt ihn im Juni 2017 bei einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Fahrer eines Postdienstleisters. Beim Disput der beiden Männer fällt das Wort „Arschloch“, Luthe filmt den Fahrer des Transporters mit seinem Smartphone und setzt die Fahrt danach fort.

Darüber hinaus beschäftigt der FDP-Politiker die Staatsanwaltschaft noch in anderer Angelegenheit: Ermittelt wird wegen des Verdachts der Verletzung der Unterhaltspflicht. In diesem Fall wurde die Immunität des Parlamentariers bereits aufgehoben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

4 Kommentare

Neuester Kommentar