Berliner Denkmal : Millionen für den Mauerradweg

Mehr Geld für das Mauerdenkmal: Der Berliner Senat will in den Erhalt und die Pflege des 160 Kilometer langen Radwegs investieren.

Originalteile der ehemaligen Berliner Mauer stehen in Potsdam (Brandenburg) vor der Kulisse der historischen Glienicker Brücke.
Originalteile der ehemaligen Berliner Mauer stehen in Potsdam (Brandenburg) vor der Kulisse der historischen Glienicker Brücke.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Die Berliner Mauer hat den Spätergeborenen drei große Denkmäler hinterlassen: Bornholmer Straße, East Side Gallery und den Mauerradweg. Während die beiden erstgenannten in der Stiftung Berliner Mauer untergekommen sind, ist der 160 Kilometer lange Mauerradweg immer noch vom Wohlwollen der jeweiligen Senatskoalition abhängig. Das will Rot-Rot-Grün jetzt ändern.

Seit Anfang des Jahres arbeitet die Verwaltung von Verkehrssenatorin Regine Günther (für Grüne) an einem „Strategiepapier“ zum langfristigen Erhalt und zur Pflege des Radweges. Gemeinsam mit Brandenburg soll eine „Leitidee“ für den Weg entwickelt werden sowie ein Maßnahmenpaket für die Sanierung.

Außerdem sollen in dem Papier „Vorschläge zur Bildung einer länderübergreifenden Plattform Berliner Mauerweg“ gemacht werden, in der alle Eigentümer der verschiedenen Wegabschnitte zusammenarbeiten.

Der Weg soll komplett barrierefrei werden

Parallel zum Strategiekonzept prüft das Landesdenkmalamt, ob der Weg unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Das wünschen sich vor allem die Grünen. Die Senatsverwaltung für Verkehr spricht sich aber dagegen aus, weil das künftige Bauarbeiten erschweren würde. Vor allem in diesem und im nächsten Jahr sollen weitere Holperstrecken saniert werden, darunter ein 1,4 Kilometer langer Abschnitt in Nieder Neuendorf, zwei Abschnitte in Pankow sowie am Britzer Verbindungskanal in Treptow.

Im kommenden Jahr sind in Neukölln insgesamt 5,5 Kilometer zwischen Wäldchen am Königsgraben und Osdorfer Straße vorgesehen. Mittelfristig soll auf dem gesamten Weg Barrierefreiheit hergestellt werden, zudem sind weitere Mittelinseln zum Queren von Straßen geplant. Für die nächsten Jahre rechnet die Verwaltung mit Sanierungskosten von 9,3 Millionen Euro, außerdem müssten rund 860.000 Euro für die Pflege der Grünflächen am Weg ausgegeben werden – pro Jahr.

Unklar ist, wie sich die Kosten auf Berlin, die anliegenden Brandenburger Kommunen und Privateigentümer verteilen. Auch der Bund und die Bahn besitzen vereinzelt Flächen, über die der Weg führt. Um sechs Kilometer, „deren Unterhalt nicht anderweitig gesichert ist“, kümmert sich die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin, die im Auftrag des Landes außerdem die Pflege der Infostelen, Wegepläne und -schilder übernommen hat. Die Senatsverwaltung für Verkehr bewertet den Mauerweg als „Zeugnis der Berliner Geschichte mit hoher touristischer Bedeutung“.

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