Berliner Gedenkstätte : Parlament der Bäume sichert sich Finanzierung

Das Projekt wird nun durch die Lottostiftung Berlin gefördert. Im November vergangenen Jahres sprach der Bundestag bereits den Bestandsschutz aus.

Ben Wagin vor seinem neuen Entwurf : "Europa Parlament - Alle Bäume gegen Krieg und Gewalt".
Ben Wagin vor seinem neuen Entwurf : "Europa Parlament - Alle Bäume gegen Krieg und Gewalt".Foto: Thilo Rückeis

Ben Wagin freut sich auf den Frühling: Der 89-jährige Künstler und Schöpfer des Erinnerungsortes „Parlament der Bäume“ kann erstmal aufatmen, sein Projekt wird weitergeführt. Der Bundestag hat Ende vergangenen Jahres beschlossen, dass es gerettet werden soll, und nun steht auch die Finanzierung. Das Projekt wird jetzt von Geldern der Lottostiftung Berlin gefördert, letzte Woche wurde eine Rate von 175 000 Euro bewilligt. Das heißt: Her mit den neuen Bäumen!

Wagin hatte 1990 das Gelände im Regierungsviertel gesichert und begonnen, dort Bäume zu pflanzen. Mit der Zeit entstand hier ein beeindruckender Ort der Erinnerung für die Opfer der DDR, der Weltkriege und für die Mauertoten.

Der Bildhauer und Maler kümmert sich mit großer Energie um die Pflege und die Erhaltung des Geländes mit den 58 Mauersegmenten, Granitplatten mit den Namen von Maueropfern, Kunstwerken, Gemälden, Texttafeln und den vielen Bäumen – darunter ein Karree mit 16 Bäumen, von den Ministerpräsidenten der deutschen Länder gesetzt. Die Zukunft des Ortes war jedoch lange unsicher, bevor das Land Berlin das Parlament der Bäume 2017 unter Denkmalschutz stellte und der Bundestag Ende 2018 für die nächsten 999 Jahre Bestandsschutz aussprach.

Bei Bauarbeiten wurden in der Vergangenheit Bäume gefällt und ein Teil des Geländes abgetrennt. Wagin sagt, für ihn war die Fällung der Bäume immer „besonders schmerzhaft“. Aber nun stellt sich das Land doch hinter ihn: Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, will am 24. April sogar mit anpacken, wenn dort ein neuer Baum gepflanzt wird. Am 25. April ist der Tag des Baumes, „und da passt das doch ganz gut“, so Wagin. Ein Obstbaum soll es werden, vielleicht ein Apfelbaum – „damit es auch etwas Leckeres gibt“.

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