Berliner Polizei : Mehr Frauen an die Spitze

Innensenator Geisel will am Dienstag die Nachfolgerin des Polizeipräsidenten Kandt vorstellen. Nach Tagesspiegel-Informationen wird Barbara Slowik neue Polizeipräsidentin.

Mit Slowik und Knapp soll die Polizeispitze weiblicher werden.
Mit Slowik und Knapp soll die Polizeispitze weiblicher werden.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Führungsspitze der Berliner Polizei soll weiblicher werden. Innensenator Andreas Geisel (SPD) will am Dienstag die Nachfolgerin des ausgeschiedenen Polizeipräsidenten Klaus Kandt in der Pressekonferenz nach der Senatssitzung vorstellen und sie ernennen: Nach Tagesspiegel-Informationen wird Barbara Slowik neue Polizeipräsidentin. Auch die Polizeiakademie soll dem Vernehmen nach eine weibliche Führung erhalten. Eine chancenreiche Anwärterin ist Tanja Knapp, Polizeidirektorin des Abschnitts 53 in Kreuzberg, zuständig auch für das Kottbusser Tor. Die Bewerbungsfrist für diese Position lief vergangenen Freitag ab.

Die Kandt-Nachfolgerin Slowik ist Referatsleiterin im Bundesinnenministerium. Dort war sie für die IT-Steuerung, für die Gewinnung von Fachkräften auf diesem Gebiet und auch für Terrorbekämpfung verantwortlich. Der Berliner Innenstaatssekretär Torsten Akmann war bis zu seinem Wechsel in die Landespolitik Referatsleiter im Bundesinnenministerium und Beauftragter des BMI im NSU-Untersuchungsausschuss.

Akmann kennt Slowik aus seiner Zeit im BMI. Dieser Kontakt dürfte für Geisels Wahl mitentscheidend gewesen sein. Akmann erklärte noch im März im Parlament, dass man einen „geeigneten Bewerber“ im April vorschlagen wolle. Dass es keine Ausschreibung für die Position gegeben habe, liege an einem Votum des Landespersonalausschusses, der entschieden habe, dass die Stelle nicht ausgeschrieben werden müsse.

Wer Polizeivizepräsident wird, ist noch offen

Ende Februar hatte Geisel den bisherigen Behördenchef der Polizei, Klaus Kandt, in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Nach den Pannen im Fall Amri. fehlenden Informationen an die Führungsspitze und dem Chaos in der Polizeiakademie hatte Geisel seine Entscheidung mit fehlendem Vertrauen in Kandt begründet, einen Neuanfang in der Polizei zu verkörpern. Ob Geisels Favorit, Michael Lengwenings, seit Ende 2014 Leiter der Polizeidirektion 6 (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick) Polizeivizepräsident wird, ist allerdings noch offen. Frühestens im Herbst nach dem Probehalbjahr von Ex-Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers als Generalstaatsanwältin soll der Vizepräsident der Polizei auf den Posten gesetzt werden. Als sicher gilt, dass Geisel diese Position mit einem erfahrenen, ranghohen Polizeibeamten besetzen wird, um eine „Mischung aus Erneuerung und Kontinuität“ in der Führungsspitze zu verkörpern, wie ein Insider sagte,.

Eine chancenreiche Anwärterin auf die Leitung der Polizeiakademie in Spandau ist Polizeidirektorin Tanja Knapp. Nach der Debatte über Missstände und einer mangelhaften Strukturreform hatte Mitte Februar der bisherige Leiter, Jochen Sindberg, um seine Versetzung gebeten, sobald über die Nachfolge entschieden worden ist.

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