Berliner Polizei : "Unzureichend verpackte" Spritzbestecke in der Dienstpost

Es hieß, dass sich Berliner Polizisten an konfiszierten Spritzen verletzt haben. Angie Pohlers überlegt, was sonst noch mit der Polizei-Post kommt.

Gebrauchtes Spritzbesteck sollte nicht in Briefumschlägen verschickt werden.
Gebrauchtes Spritzbesteck sollte nicht in Briefumschlägen verschickt werden.Foto: Mike Wolff

Es gibt ja eigentlich nichts, das man sich nicht liefern lassen kann: Den Wocheneinkauf, das neue Ecksofa, das 16-teilige Sektglas-Set. Bei der Polizei wurden intern sogar sichergestellte Spritzbestecke versandt, leider „unzureichend verpackt“, wie es jetzt in einer Antwort des Abgeordnetenhauses auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Burkard Dregger heißt.

Das ist mindestens so ärgerlich wie das unzureichend verpackte Sektglas-Set, wenn nicht sogar noch ärgerlicher, denn von den Spritzbestecken geht neben der Verletzungsgefahr auch eine Ansteckungsgefahr aus.

Hepatitis C mit der Hauspost

Man stelle sich das bloß vor: Ein Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts nimmt nichtsahnend die Post aus den Polizeidienststellen entgegen. Doch an einer Ansichtskarte (Motiv: Rotes Rathaus) klebt eine nachlässig mit Paketband befestigte Spritze, die Kanüle ist blutverkrustet. „Hallo Bernd, guck’s dir doch mal an. Wir tippen auf Heroin. Viele Grüße auch an die Kollegen, Uwe.“

Ganz so arg lief es dann doch nicht ab, entgegen erster Medienberichte hat sich wohl auch kein Berliner Beamter aufgrund von lose in der Hauspost herumfliegenden Spritzen mit Hepatitis C infiziert. Das war so zwar noch in einer aktuellen Mitarbeiterbroschüre – verbunden mit einer Warnung – kommuniziert worden, aber vielleicht war die Information zunächst einfach falsch verpackt und weitergereicht worden. Kann ja mal passieren.

Spritzen bitte in geeigneten Behältern transportieren

Zeit für eine Klärung: Für den Versand in der polizeilichen Dienstpost müssen Spritzen in geeigneten Behältern versendet werden. Was gar nicht geht, ist ebenfalls klar geregelt: Tiere zum Beispiel, aber auch scharfe Schusswaffen und Personen. Es reicht also nicht, liebe Beamte, den Verdächtigen in einen Karton zu stecken, um ihn an eine andere Dienststelle zu überweisen. Das sollte man vielleicht in der nächsten Mitarbeiterbroschüre erwähnen.

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