Berliner Senat verfehlt Ziel : Weniger Intensivbetten als angekündigt

Bis Ende April wollte die Senatsgesundheitsverwaltung die Gesamtzahl der Intensivbetten auf rund 2200 verdoppeln. Aktueller Stand sind stattdessen 1550.

Laut Intensivregister gibt es derzeit in den Berliner Kliniken deutlich weniger Intensivbetten, als angekündigt.
Laut Intensivregister gibt es derzeit in den Berliner Kliniken deutlich weniger Intensivbetten, als angekündigt.Foto: Soeren Stache/dpa

Zu Beginn der Coronakrise versprach die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) eine schnelle und deutliche Erhöhung der Anzahl von Intensivbetten in den Berliner Krankenhäusern, um für einen Patientenansturm infolge der Covid-19-Pandemie gerüstet zu sein.

Noch am 21. April hatte die Senatsgesundheitsverwaltung auf Nachfrage den Plan bekräftigt, dass die Krankenhäuser bis Ende April die Gesamtzahl an Intensivbetten gegenüber der Zeit vor der Pandemie auf rund 2200 verdoppeln würden.

Doch laut einem Intensivregister, das auch die Bundesregierung in ihren Covid-19-Berichten nutzt, gibt es derzeit in den Berliner Krankenhäusern gut 1550 Intensivbetten – das sind also deutlich weniger, als seinerzeit angekündigt.

Und auch die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) kommt nur auf wenig mehr: Derzeit seien es 1631 Intensivbetten. „Das sind immerhin 400 mehr als vor der Krise“, sagt BKG-Sprecherin Barbara Ogrinz. In der kurzen Zeit sei das ein großer Erfolg.

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Je nach Zählweise sind es also 570 bis 650 Betten weniger, als von der Gesundheitssenatorin vorgegeben. Die Senatsverwaltung reagiert auf Anfrage dazu nur sehr allgemein. „Die Zahl der Hospitalisierten ist Dank der Eindämmungsmaßnahmen und der Disziplin der Bürgerinnen und Bürger nicht so gestiegen wie befürchtet“, teilte Behördensprecher Moritz Quiske mit.

„Gleichwohl: Keine Entwarnung, wir müssen einer zweiten Pandemiewelle vorbeugen.“ Nachfragen, zum Beispiel danach, ob die Senatorin in Vorbereitung auf eine mögliche zweite Pandemiewelle an dem Ausbau der Intensiv-Kapazitäten festhält, ließ die Senatsverwaltung bis Donnerstagnachmittag unbeantwortet.

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