Berliner wünschen sich Loveparade zurück : Umfrage zu Dr. Mottes Technoveranstaltung

Laut einer Umfrage wünschen sich viele Berliner eine Rückkehr der Loveparade. Das Interesse am Fundraising-Projekt von Veranstalter Dr. Motte ist aber mäßig.

Wenn es nach 55 Prozent der Berliner geht, können im Sommer wieder Hunderttausende Raver vor der Siegessäule feiern.
Wenn es nach 55 Prozent der Berliner geht, können im Sommer wieder Hunderttausende Raver vor der Siegessäule feiern.Foto: Marcel Mettelsiefen/dpa

Die Berliner wünschen sich die Loveparade zurück – zumindest geht das aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der „Berliner Zeitung“ geführt hat. Demnach fänden 55 Prozent der Befragten die Rückkehr der Loveparade nach Berlin gut, 31 Prozent sind dagegen.

Besonders groß – 65 Prozent – ist der Anteil der Befürworter in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Also der Generation, die die originale Techno-Großveranstaltung in jungen Jahren miterlebt haben könnte. Aber selbst bei den über 60-Jährigen sagten Forsa zufolge 47 Prozent der Befragten, dass sie eine Rückkehr der Parade gut fänden.

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Damit scheint die Loveparade unter den Berlinern eine besonders beliebte Veranstaltung zu sein. Denn Forsa fragte auch ganz allgemein, wer es gut fände, wenn es in der Stadt mehr Straßenparaden und Umzüge gebe – das befürworten insgesamt nur 33 Prozent.

Dr. Motte will Loveparade zurück nach Berlin holen

Die Loveparade wurde im Sommer 1989 von DJ Dr. Motte ins Leben gerufen. Damals tanzten unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ 150 Raver durch Berlin. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sie sich zu einer Millionenveranstaltung, die seit 2007 nicht mehr in Berlin stattfand. Ihr tragisches Ende hatte sie 2010 in Duisburg, als bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben kamen. Dr. Motte war da schon längst nicht mehr mit an Bord.

Anfang Januar verkündete Dr. Motte medienwirksam, dass er seine Loveparade nach Berlin zurückholen wolle. Allerdings unter anderem Titel, die Namensrechte liegen bei Rainer Schaller, der ab 2006 mit seiner Firma Lopavent die Parade ausrichtete.

Das Geld für seine Veranstaltung will Dr. Motte per Fundraising sammeln. Oder, wie er es nennt: „Fundraving“. Als Visualisierung dieses Vorhabens sollen an drei Orten in Berlin Skulpturen entstehen, die die Loveparade in Miniatur nachstellen. Mit einer Spende ab fünf Euro kann man winzige Raverfiguren, Trucks oder Bäume kaufen, die dann an die Skulptur angebracht werden und diese wachsen lassen.

Interesse an Dr. Mottes Fundraising-Projekt bisher mäßig

Als Ziel nannten die Initiatoren des Projekts 1,5 Millionen Figürchen, die am Ende auf den Modellen stehen sollten – so viele Menschen nahmen bei der Loveparade Ende der Neunziger teil. Bisher hält sich das Kaufinteresse der Loveparade-Fans allerdings zurück: Erst etwas mehr als 12.500 Figürchen wurden laut der Website des Projekts bisher verkauft.

Falls die Parade in diesem Jahr doch nicht stattfinden sollte, haben Dr.-Motte-Fans aber noch die Gelegenheit, an dessen Geburtstagsparty teilzunehmen: Die soll am 11. Juli in den Gärten der Welt in Marzahn stattfinden, auflegen sollen unter andern DJ Rush und Miss Kittin. Dr. Motte, der bürgerlich Matthias Roeingh heißt, wird zwei Tage zuvor „2 x 30“ – oder, wie böse Zungen behaupten, 60 Jahre alt.

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