Bausenatorin Katrin Lompscher

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Berlins neuer Senat : Der Bürgermeister und seine neuen Senatoren
Kevin P. Hoffmann
Katrin Lompscher (Die Linke), Bausenatorin, bei der Ernennung der neuen Berliner Senatoren im Roten Rathaus in Berlin.
Katrin Lompscher (Die Linke), Bausenatorin, bei der Ernennung der neuen Berliner Senatoren im Roten Rathaus in Berlin.Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Die Bausenatorin

Der Schock sitzt tief in der Wohnungswirtschaft: Erst geht die Stadtentwicklung an die Linke, jetzt übernimmt Mietenaktivist und Gentrifizierungsgegner Andrej Holm den Schlüsselposten als Staatssekretär. Der erste Coup von Senatorin Katrin Lompscher: Sie hat die Stimme der außerparlamentarischen Opposition ins Haus geholt, nun wird sie selbst als praktisch veranlagte verwaltungserfahrene ehemalige Gesundheitssenatorin moderierend den Linksschwenk in der Wohnungspolitik voranbringen. Die Strategie ist nicht ohne Risiko, zumal der Koalitionsvertrag ein großer Wunschzettel ist: Klimaschutz, Smart City und Solar-Hauptstadt und nicht mehr als 30 Prozent vom Einkommen für die Miete bei landeseigenen Firmen – man darf gespannt sein auf die Dialektik zur Aufhebung dieser Widersprüche.

Arglos will Lompscher ferner die Mitsprache der Bezirke stärken, muss andererseits den Neubau ankurbeln. Ihr Vorgänger zog dazu Siedlungsprojekte an sich, gab Bezirken Weisungen und den Hütern eigener Vorgärten Kontra. Bricht jetzt der Neubau wieder zusammen? Ach ja, und Regula Lüscher darf ewige Baudirektorin werden. Wendig genug ist sie, eckt mit ihrem harmlosen Modernismus nicht an und gewann das Vertrauen der Linken wohl am Alex, wo sie DDR-Architektur unter Schutz stellte. Das zeigt aber auch: Das Soziale und nicht der Städtebau ist Lompschers neues Leitmotiv.

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