"Alex-Guides" und Köpenick-App

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Berlins neues Tourismuskonzept : Was planen die Kieze?
Rund 13 Millionen Besucher kamen 2017 nach Berlin.
Rund 13 Millionen Besucher kamen 2017 nach Berlin.Foto: Gregor Fischer/dpa

Mitte

In Mitte kommen die Gelder zwei Sehenswürdigkeiten zu Gute, die direkt nebeneinander liegen: der Alexanderplatz bekommt 15.000 Euro für eine bessere Orientierung, die Franziskanerklosterkirche soll mit 25.000 Euro sichtbarer gemacht werden. Die sogenannten „Alex-Guides“ sollen mit ihrem „ansprechenden Erscheinungsbild“ nicht nur Touristen helfen, sondern auch bei Berlinern die „Identifikation mit dem Stadtquartier stärken“. Ergänzt werden sie mit einer Kiezkarte, die gemeinsam mit den Anrainern entwickelt werden soll. Für die Franziskanerklosterkirche wird die Entwicklung einer Architekturbeleuchtung ausgeschrieben. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Jahres soll die Beleuchtung im September eingeweiht werden, bevor es richtig dunkel wird. Geplant ist auch die Erstellung eines Touristenführers für die Kirche, in dem Historiker die Baugeschichte der Kirche und die Historie des Viertels erleuchten.

#100Dinge, die Berlin noch schöner machen würden
Mehr Meer. Wannsee und Müggelsee – schön und gut. Sogar Sand und Strandkörbe gibt’s hier. Aber perfekt wäre Berlin mit Salz in der Luft.Weitere Bilder anzeigen
1 von 101Foto: Jens Büttner/dpa
05.02.2017 20:39Mehr Meer. Wannsee und Müggelsee – schön und gut. Sogar Sand und Strandkörbe gibt’s hier. Aber perfekt wäre Berlin mit Salz in der...

Neukölln

Der Reuterkiez rund um die Weserstraße ist geplagt von Hostel- und Trinktourismus, während sich kaum eine Touristengruppe nach Britz oder Rudow verirrt. Um den Tourismus in Neukölln besser zu lenken und nachhaltiger zu machen, gibt der Bezirk für 20.000 Euro eine Analyse über den bestehenden Tourismus im Bezirk in Auftrag. Was bietet der Bezirk Touristen – und was läuft weniger gut? Wo sollte kein neues Hostel mehr öffnen, und wo fehlt ein Hotel? Die Ausschreibung der Analyse soll noch im Juni erfolgen und im Verlauf alle beteiligten Akteure, wie Gewerbetreibende und Bürgerinitiativen, miteinbeziehen. Mit weiteren Mitteln kauft der Bezirk Weihnachtsbeleuchtung für die umgebaute Karl-Marx-Straße.

Marzahn-Hellersdorf

Auch in Marzahn-Hellersdorf macht man sich erstmal Gedanken, wie das Berliner Tourismuskonzept auf Bezirksebene runtergebrochen werden kann. Mit der Internationalen Gartenschau haben viele Touristen und Berliner erstmals Marzahner Luft geschnuppert. Die Mittel sollen benutzt werden, um bis Ende Oktober ein Konzept dafür zu erarbeiten, welche Strategien im Post-IGA-Zeitraum den Tourismus im Bezirk weiter hochhalten können. Touristen, die das zweite oder dritte Mal in Berlin sind, sollen von der Mitte in den Randbereich geführt werden. Sie sollen den Wuhletalweg erkunden, im Museum von Charlotte von Mahlsdorf auf Musikmaschinen spielen und im Tierhof und in der Bockwindmühle das ländliche Leben in der Stadt entdecken.

Prenzlauer Berg im Wandel der Zeit
28. Juli 1984: Die Staatsführung der DDR sprengt die drei riesigen Gasometer auf der Fläche des ehemaligen Gaswerks zwischen Greifswalder Straße, (Dimitroffstraße) Danziger Straße und Prenzlauer Allee. - Foto: Gerd Danigel, ddr-fotograf.de (CC: BY-SA 4.0) Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos aus Prenzlauer Berg an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 441Gerd Danigel
14.11.2018 15:2528. Juli 1984: Die Staatsführung der DDR sprengt die drei riesigen Gasometer auf der Fläche des ehemaligen Gaswerks zwischen...

Pankow

In Pankow will man mit den Landesmitteln erst einmal Finanzierungslücken im Tourismusbereich decken. Außerdem sollen Dialogveranstaltungen mit Bürgern organisiert werden, auf denen die Frage erörtert werden soll, wie die Bevölkerung besser in die Projektentwicklung eingebunden werden und sich weniger vom Tourismus genervt fühlen kann? Auch die Ortsteile außerhalb des S-Bahn-Rings sollen in den Vordergrund rücken, das Thema Industriekultur soll in Zusammenarbeit mit anderen Bezirken einen Schwerpunkt bilden. Schließlich möchte sich die Touristeninformation stärker professionalisieren und das Thema „Reisen für alle“ voranbringen.

Treptow-Köpenick

Der wasserreichste Bezirk Berlins geht ins Netz: Mit den Fördermitteln plant Treptow-Köpenick die touristischen Angebote zu digitalisieren und digital zu bewerben. Dazu gehören YouTuber, die als Influencer die neuen Radtouren testfahren sollen, eine eigene App „KöpenickTripp“, die Besucher durch Alt-Köpenick führt, ein digitaler Touristenführer zur Industriekultur sowie die Erneuerung der Webseite des Tourismusvereins, die zukünftig auch auf Englisch erreichbar sein soll. Mit Social-Media-Kampagnen soll der Bezirk besonders bei „jungen, erlebnisorientierten“ Touristen bekannter werden, die Sport als Statussymbol sehen. Vor allem aber sollen touristische Anbieter durch ein gemeinsames Bookingsystem vernetzt werden, damit Besucher an einem Ort digital Hotels und Reisepläne buchen können. 40.000 Euro reichen für diese Pläne nicht: Der Bezirk plant mindestens 10.000 Euro zusätzlich aus Eigenmitteln zu investieren.

Wasserwandern und Radwege

Für 88.000 Euro soll der Tourismusverein Treptow-Köpenick (TKT) außerdem sein erfolgreiches Wasserwandern-Portal www.wasserwandern-in-berlin.de auf ganz Berlin ausdehnen. Die „Wasserbezirke“ Steglitz-Zehlendorf, Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg sollen dafür geeignete Routen und Rastplätze vorschlagen, die dann auf der Seite vorgestellt werden. Außerdem soll es einen interaktiven Routenplaner für alle Wasserwege geben. Das gesamte Design der Seite werde bis September überarbeitet, kündigte TKT-Geschäftsführer Mathis Richter an. Das Berliner Zentrum für Industriekultur, angebunden an die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Oberschöneweide, erhält 50.000 Euro für die Ausarbeitung von drei Radrouten zu den Berliner Denkmälern für Industriekultur (die ja mal Weltkulturerbe werden sollen).

Die beteiligten Berlin- und Leute-Autoren: Sabine Beikler, Judith Langowski, Gerd Appenzeller, Cay Dobberke, Christian Hönicke, Boris Buchholz, Ingo Salmen, Thomas Loy, Nele Jensch, Sigrid Kneist, Robert Klages.

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