Berlins Regierender Bürgermeister : Müller lässt Spitzenkandidatur weiter offen

Will Michael Müller erneut SPD-Spitzenkandidat werden oder nicht? Darauf gibt er weiter keine Antwort.

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, hat einfach „Spaß“ bei der Arbeit als Landeschef.
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, hat einfach „Spaß“ bei der Arbeit als Landeschef.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller lässt weiterhin offen, ob er als Spitzenkandidat der SPD bei der Abgeordnetenhauswahl 2021 ins Rennen geht. „Franziska Giffey und Raed Saleh werden für den SPD-Landesvorsitz kandidieren. Die anderen Fragen spielen zu einem späteren Zeitpunkt eine Rolle“, sagte Müller der Tageszeitung „taz“ am Freitag.

Müller hatte im Januar angekündigt, nicht mehr für das Amt des Landesvorsitzenden kandidieren zu wollen. Beim Parteitag im Mai sollten Bundesfamilienministerin Giffey und Fraktionschef Saleh als Doppelspitze die Nachfolge übernehmen. Dann wurde der Parteitag wegen der Corona-Krise in den Herbst verschoben – Müller ist daher immer noch Landeschef.

„Stimmt. Da wundern sich viele“, sagte er. Er habe sich im Dezember entschieden, dass zwölf Jahre Parteivorsitz wirklich genug seien. „Und damit – ich mache mir ja nichts vor – gibt es auch eine Diskussion um die Situation im Roten Rathaus. Das ist okay, aber noch ist nichts entschieden.“

Müller sagte, es mache einfach Spaß, wenn man spüre, da geht noch was. „Da hören Sie bei Ihrer Arbeit doch auch nicht morgen auf! Es ist ja nicht nur die Bewältigung von Corona. Mich macht es sehr glücklich, was wir bei Wissenschaft und Forschung erreicht haben.“

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Er räumte ein, als Nachfolger von Klaus Wowereit lange das Image des Zögerers gehabt zu haben. „Jaja, entscheidungsschwach, führungsschwach, blass – ich kenne die seitenfüllenden Beschreibungen“, sagte Müller.

„Vielleicht habe ich in der zurückliegenden Zeit den Fehler gemacht, mich selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich dachte: Gut, dann wirst du eben so wahrgenommen, als blass und nicht so durchsetzungsstark, und hast trotzdem viel erreicht. 25 Jahre Abgeordneter, zwölf Jahre Landesvorsitzender, zehn Jahre Fraktionschef, Regierender Bürgermeister. Und ich habe viele Themen gesetzt: Wohnungsbau, Wissenschaft, Investitionen.“ (dpa)

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