• Berlins Regierender Michael Müller: "Dieselbe Koalition mit derselben Politik wäre keine Antwort"

Müller will es noch einmal wissen beim Berliner SPD-Vorsitz

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Berlins Regierender Michael Müller : "Dieselbe Koalition mit derselben Politik wäre keine Antwort"

Und wann steigen Sie aufs E-Auto um?

Bei meinem Dienstwagen ist das leider schwierig, da geht es nicht um Vorlieben, sondern um Vorschriften. Privat finde ich es immer interessanter. Bei der nächsten Anschaffung werden meine Frau und ich wohl zugreifen. Doch unser jetziger Wagen hält hoffentlich noch ein paar Jahre.

Ist die SPD die letzte Autofahrerpartei in einer links geprägten Regierung?

Wenn es so wäre, warum sollen wir nicht auch die Interessen der Autofahrer vertreten? Autoverkehr ist nicht nur Spaß. Viele Menschen sind aufs Auto angewiesen, die Wirtschaft ist es übrigens auch.

Die Wirtschaft braucht auch einen funktionierenden Flughafen. Fällt Ihnen eigentlich zum BER noch was ein?

Weder was Neues noch was Schönes oder Lustiges. Nein, leider nicht.

Herr Müller, Sie sind Regierender Bürgermeister, aber auch SPD-Landeschef …

… jetzt kommen die schönen Themen.

Mal sehen. Stellen Sie sich beim nächsten Landesparteitag im Juni wieder zur Wahl?

Ja.

Warum denn?

(lacht) Warum nicht?  Ich wollte die Ämter wie in vielen Bundesländern üblich wieder zusammenführen. Gerade in einer Dreier-Koalition, die ja weiterhin nicht immer einfach ist, macht es Sinn, dass ich die SPD führe.

Auch Ihre Partei hat viele Wähler an die AfD verloren. Geht die SPD richtig um mit dieser Klientel?

Wir sind da nach wie vor alle unsicher. Wir werden zunehmend sicherer, was die AfD-Funktionäre anbelangt: Da gibt es viele, die durch ihre Politik zeigen, dass sie ein anderes Deutschland wollen. Solch ein unfreies Land will ich nicht. Aber was die Wähler betrifft, bin auch ich persönlich unsicher, das gebe ich zu. Viele haben wahrscheinlich aus Protest und Angst vor der wachsenden Stadt AfD gewählt. Diese Menschen können wir vielleicht wieder durch gute Politik erreichen. Aber die, die aus rassistischen oder antisemitischen Motiven die AfD wählen, werden wir nicht zurückholen. Das will ich auch nicht.

Herr Müller, können Sie sich vorstellen, wie es ist, ein beliebter Politiker zu sein?

lm Sommer 2015 war ich Berlins beliebtester Politiker, das sollten Sie mal nachlesen. Jeder Politiker guckt auf seine Beliebtheitswerte, alles andere wäre gelogen. Man darf aber nicht hektisch werden, wenn es mal ein paar Prozentpunkte runtergeht. Das geht auch wieder aufwärts.

Das Gespräch führten Robert Ide, Lorenz Maroldt und Ulrich Zawatka-Gerlach.

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