Berlin : Betreute Jugendliche haben Anspruch auf Hartz IV

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Sarah K. (Name geändert) hielt es zu Hause nicht mehr aus. Es kam zu Übergriffen durch die Eltern. Deshalb bekam sie vom Jugendamt Pankow eine eigene Wohnung. Neben der Kaltmiete standen ihr zuletzt 305 Euro im Monat zur Verfügung. 40 Euro weniger als ein Hartz-IV-Empfänger bekommt. „Rechtswidrig“, sagt das Berliner Verwaltungsgericht und bewilligte die Klage der jungen Frau auf eine Zahlung in Höhe des Hartz-IV-Satzes. Andernfalls reiche das Geld nicht für ein menschenwürdiges Leben, heißt es in der Urteilsbegründung.

Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) beklagte dieses Missverhältnis gestern in einer Pressekonferenz. Ohne die Unterstützung der bundesweit einzigen Ombudsstelle zur Beratung bei Problemen mit der Jugendhilfe wäre die Klage von Sarah K. nicht möglich gewesen. „Diese Einsparungen betreffen eine Gruppe junger Menschen, die ohnehin schon benachteiligt sind und dem hilflos gegenüberstehen“, beklagt Ulrike Urban aus dem Vorstand. Im Jahr 2005 waren das etwa 1100 Jugendliche, geklagt haben davon bislang nur sechs. Doch wer keine Klage einreicht, geht leer aus.

Die zuständige Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung prüft derzeit, ob nach diesem Urteil des Verwaltungsgerichts Änderungen nötig sind. sast

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