Bewerbermangel : Die Berliner Polizei ist jetzt auf Instagram

Über die Fotoplattform will die Behörde junge Menschen für den Polizeiberuf begeistern. Auch die Aktion #24hPolizei soll wieder stattfinden.

Zum fünften Mal führt die Polizei Berlin ihre Twitter-Aktion #24hPolizei durch.
Zum fünften Mal führt die Polizei Berlin ihre Twitter-Aktion #24hPolizei durch.Foto: Polizei Berlin

Die Berliner Polizei hat ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken ausgeweitet – wegen des Wettbewerbs um Nachwuchs. Am Dienstagnachmittag veröffentlichte die Polizei erstmals Fotos bei der Fotoplattform Instagram – von einem startenden Hubschrauber im Sonnenuntergang und einem Blick aus der Luft auf den Fernsehturm. Inzwischen betreibt die Polizei klassische Unternehmens-PR - im Kampf um die besten Köpfe.

„Nachdem wir seit einigen Jahren über Facebook, Twitter & Snapchat mit euch kommunizieren, teilen wir unsere schönsten, spannendsten, interessantesten Momente dann auch hier mit euch“, heißt es in dem Post. Viele User hätten den Wunsch geäußert, auch bei Instagram mit der Polizei in Kontakt zu treten und dort einen Einblick in die tägliche Arbeit zu bekommen. „Wir freuen uns darüber, dass es nun endlich soweit ist“, teilt die Polizei mit. Sie gehe damit „den nächsten notwendigen Schritt und folgt ihrer Community auf die Plattform, auf der sie sich derzeit am liebsten aufhält“.

Schon beim Kurznachrichtendienst Twitter war die Berliner Polizei Vorreiter. Mit den bisherigen Social-Media-Kanälen habe sie bereits insgesamt fast eine Million Follower. Mit dem neuen Instagram-Account weitete die Berliner Behörde ihre Bemühungen aus, über die sozialen Medien junge Menschen für den Polizeiberuf zu begeistern. Mit ausdrucksstarken Bildern aus dem Arbeitsalltag wolle sie bei Instagram neue Nutzergruppen erschließen, „um somit ein frisches und bildkräftiges Instrument im Wettbewerb um geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu etablieren“.

Dazu gehört auch die erneute Twitter-Aktion unter dem Hashtag #24hPolizei. Ab Freitagabend um 19 Uhr twittert die Polizei einen Tag lang aus der Einsatzleitzentrale – und das bereits zum fünften Mal live zu den eingehenden Notrufen. Die früheren Aktionen waren im Internet stets überaus erfolgreich, die Tweets erzählten wie nebenbei auch viel über Berlin - von amüsant bis dramatisch. Weil am Freitag auch der neue Bewerbungszeitraum für die Polizeiakademie beginnt, soll die 24-Stunden-Aktion aus der Notrufzentrale parallel auch bei Snapchat laufen.

Die Bewerbungsfrist für neue Polizei-Auszubildende läuft vom 1. Juni bis 31. Juli. im März und April 2019 sollen voraussichtlich rund 600 neue Polizei-Auszubildende in Berlin anfangen: 312 im mittleren Dienst der uniformierten Schutzpolizei, rund 210 im gehobenen Dienst und 90 für die Kriminalpolizei.

Die Zahl der Anwärter ist massiv erhöht worden. Nach den Sparjahren werden wieder deutlich mehr Polizeischüler aufgenommen, statt einst 500 sind es nun 1200 pro Jahr. Damit sollen die Pensionierungswellen ältere Beamter aufgefangen, aber auch die Polizei insgesamt aufgestockt werden.

Kampf um den Nachwuchs

Die Polizei weitet ihren Kampf um Nachwuchs in den sozialen Medien nicht ohne Grund aus. Ende Januar hatte die Polizei die Bewerbungsfrist verlängert. Denn bis dahin fand die Behörde nicht genügend Bewerber, die überhaupt geeignet für die Ausbildung sind. Im Sommer 2017 war die Bewerbungsfrist drei Mal verlängert worden.

Ein weiteres Problem: Nur rund einer von zehn Bewerbern besteht die Auswahltests. Ausbilder bemängeln zudem an den Schülern Defizite bei Sozialtugenden wie Pünktlichkeit, Höflichkeit oder die Bereitschaft zur Anstrengung. Und die Zahl derjenigen, die beim Deutsch-Diktat zum Einstieg völlig versagen und die Note 6 erhalten, habe sich von 2010 bis 2017 verneunfacht, wie ein Ausbilder erklärte.

Nun soll das Social-Media-Team der Polizei helfen – damit sich mehr Frauen und Männer bewerben. Je mehr Bewerber, desto größer die Chance, überhaupt geeigneten Nachwuchs zu finden, der die Aufnahmeprüfung schafft.

Weil das Social-Media-Team mit Instagram einen weiteren Kanal bespielen muss, soll es über mehr Personal geben. Das wird jedenfalls ernsthaft geprüft, wie es bei der Polizei hieß. Damit soll die Truppe schlagkräftiger werden. Zugleich wird erwogen, dass Social-Media-Team mit der Pressestelle zusammenzulegen. Die Planung müssen noch Polizeipräsidentin Barbara Slowik vorlegt werden. Ob sie alles absegnet, wird sich zeigen.

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