Auch das Steffi-Graf-Stadion könnte profitieren

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Bewerbung für 2024/2028 : Berlin ist voller olympischer Orte

MATCHBALL AN DER HUNDEKEHLE

Dass hier einmal Serena Williams gespielt hat, Justine Henin – und natürlich Steffi Graf, Namensgeberin des Stadions an der Hundekehle, kann sich heute kaum jemand mehr vorstellen. Das Tennisstadion, einst in der Boomzeit für 20 Millionen Mark auf 7000 Plätze erweitert, rottet auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß seit 2008 vor sich hin – seit die German Open die Stadt verließen. Speedminton-WM, Internationale Jugendmeisterschaften – damit bekommt man dieses so schöne Stadion am See nicht gefüllt.

Den LTTC kostet das jährlich rund 100 000 Euro Unterhalt – auch wenn die Zusatztribünen eingefahren sind. Ein Abriss würde allerdings mehrere Millionen kosten, schätzt der Verein. Zuletzt haben sich Steffi Graf und Michael Stich, heute Turnierdirektor am Hamburger Rothenbaum, für eine Wiederbelebung des Turniers eingesetzt, Ausgang offen – auch wegen der Finanzen. Diesem Dilemma könnten die Olympischen Spiele ein Ende setzen. Zumindest als Alternativstandort neben dem Flughafen Tempelhof taucht die Anlage an der Hundekehle in der Bewerbung auf – was den Vorteil der Nähe zum Medienzentrum am Messegelände hätte. Und beim LTTC gibt es noch einige, die sich auskennen mit Spitzentennis.

Das verlassene Steffi-Graf-Stadion
Der Steffi Graf ihr Stadion: Das Tennisstadion des LTTC Rot-Weiß Berlin wurde 1997 fertig gestellt und bietet 7.000 Zuschauern Platz.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: dpa
13.07.2013 13:14Der Steffi Graf ihr Stadion: Das Tennisstadion des LTTC Rot-Weiß Berlin wurde 1997 fertig gestellt und bietet 7.000 Zuschauern...

SIBIRISCHER EUROPAPARK

2020 sollen hier in Prenzlauer Berg im Velodrom ohnehin Europa- und Weltmeisterschaften im Radrennen ausgetragen werden, schreiben die Olympiaplaner in ihrem Konzept. Na, dann halten die Tribünen auch noch vier weitere Jahre, nicht wahr? Erbaut wurden die Hallen hier im Rahmen der Olympiabewerbung 2000 – die Bahn ist aus „sibirischer Fichte“, betonen die Macher in ihrer Bewerbungsbroschüre, was wohl so viel heißen soll wie: hochwertig, hält was aus.

Nicht weit entfernt befinden sich die Olympiasportplätze im Sportforum, der S-Bahnhof Landsberger Allee – und natürlich nebenan die Schwimm- und Sprunghalle. Durch den Einbau von temporären Tribünen werde die benötigte Kapazität erreicht, schreiben die Macher. Nur: Die Bauten wurden Mitte der neunziger Jahre eröffnet und wären bei den Olympischen Spielen 2024 nicht wirklich taufrisch.

MAX-SCHMELING-TURNHALLE

Auch sie wurde 1996 eröffnet, dürfte knapp 30 Jahre später eine Renovierung nötig haben. Hier sollen die Basketballspiele in der Vorrunde stattfinden, die Finalrunde dann in der großen O2-World am Ostbahnhof. Und Trampolin. Und Geräteturnen. Und was ist mit Eishockey? Schließlich spielen hier ja die Eisbären im Friedrichshainer Alltag. Nun, es sind Sommerspiele – und da konzentrieren sich die Olympioniken doch eher aufs Feldhockey (siehe Westend).

ZIELE IN DER CITY

Im Jahnsportpark neben dem Mauerpark ist viel zu Olympia geplant, der Umbau soll sowieso bald beginnen. Neben dem Olympischen Dorf in Tegel befindet sich die Julius-Leber-Kaserne der Bundeswehr – dort könnten Schießwettbewerbe stattfinden. Etwas weniger absurd geht’s zentraler zu: Marathon gehört längst zur Innenstadtfolklore („Die Straße des 17. Juni wird aufgrund einer Laufveranstaltung …“), das wäre Routine für Berlins Autofahrer.

Und auch die eigentlich für Ballsportler gesperrte Wiese vor dem Reichstag taucht in den Olympiaplänen auf – für Springreiten. Und Beachvolleyball. Und Blindenfußball. Letztere hübsche Idee ist übrigens geklaut: So ein Turnier vor beeindruckender Kulisse fand schon einmal 2010 dort statt. Aber gute Ideen darf man kopieren, oder?

UND DIE SIEGEREHRUNGEN?

Die finden bei Olympischen Spielen nicht nur im Olympiastadion statt, sondern auf einer ganz speziellen „Medal Plaza“ – so der offizielle Name laut Olympiabroschüre. Und der ist auf dem Pariser Platz geplant. Der lässt sich schließlich gut abschirmen, ist weltbekannt – nicht erst durch die Marathonveranstaltungen. Und bei der Fußball-WM 2006 stand hier der große Kulturglobus. Das ist auch schon wieder acht Jahre her.

Und sonst? Auch Brandenburg ist dabei - und vielleicht sogar Niedersachsen!

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