Bezirke in Berlin : Ärzte in Ämtern drohen mit Streik

Wieder fordern die Ärzte aus den Gesundheitsämtern in Berlin mehr Gehalt. Diesmal drohen sie dem rot-rot-grünen Senat mit Streik.

Gerade Impfungen von Kindern, Flüchtlingen, Wohnungslosen werden oft von den Ärzten in den Bezirksämtern durchgeführt.
Gerade Impfungen von Kindern, Flüchtlingen, Wohnungslosen werden oft von den Ärzten in den Bezirksämtern durchgeführt.dpa/Sebastian Gollnow

In den zwölf Berliner Gesundheitsämtern könnte es zum Streik kommen – dies zumindest kündigte der Landeschef des Marburger Bundes, Peter Bobbert, an. Die Ärztegewerkschaft hatte zu einer als „aktive Mittagspause“ deklarierten Protestkundgebung am Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf aufgerufen.

Nahe des Fehrbelliner Platzes versammelten sich dort 60 Ärzte – und forderten für sich und ihre Kollegen in den Gesundheitsämtern die gleichen Gehälter, die Mediziner in Kliniken erhalten.

In der Praxis wären dies im Schnitt 1000 Euro mehr Brutto im Monat. Insgesamt arbeiten mehr als 300 Mediziner im öffentlichen Gesundheitsdienst Berlins. Davon sind 180 Angestellte, die anderen Beamte – nur für letztere gilt ein Streikverbot.

Ärzte aus den öffentlichen Gesundheitsdienst protestieren vor dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
Ärzte aus den öffentlichen Gesundheitsdienst protestieren vor dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.Hannes Heine

Derzeit sind rund 50 Arztstellen in den Ämtern unbesetzt. Geeignete Bewerber, hieß es, entschieden sich letztlich für besser bezahlte Stellen in den Kliniken. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte eine Angleichung der Gehälter in Aussicht gestellt.

Aktuell bietet die Landesregierung aber etwaige Aufstockungen nur für den „begründeten Einzelfall“ an. Der Marburger Bund hatte vergebens Tarifverhandlungen gefordert. Neben Ärzten fehlen Übersetzer, IT-Fachleute und Sozialpädagogen.

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