Antrag von Grünen und Linken : Florastraße soll Begegnungszone werden

Nach der Maaßen- und der Bergmannstraße könnte auch am Bahnhof Pankow eine Begegnungszone entstehen. Doch das Konzept ist umstritten.

Die Florastraße und der Garbatyplatz am Bahnhof Pankow.
Die Florastraße und der Garbatyplatz am Bahnhof Pankow.Foto: Mike Wolff

Die Florastraße soll Pankows Maaßenstraße werden. Grüne und Linke wünschen sich dort eine "Begegnungszone" nach dem Schöneberger Vorbild. Zumindest am östlichen Ende der Straße auf Höhe des Garbatyplatzes am Bahnhof Pankow. Auf der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch werden sie einen gemeinsamen Antrag einreichen, der das Bezirksamt auffordert, eine Machbarkeitsstudie dazu durchzuführen. "Die Einrichtung einer Begegnungszone soll die Nutzung des Garbatyplatzes für Fußgängerinnen und Fußgänger erleichtern und gleichzeitig den Fahrzeugen des Umweltverbunds (Bus M27, Taxis, Fahrräder) die Überquerung ermöglichen", heißt es im Antrag.

Grüne räumen "schlechten Ruf" ein

Das Konzept der Begegnungszone ist, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, vom Auto bis zum Fußgänger. Dadurch soll die gegenseitige Rücksichtnahme gefördert und das Autotempo verringert werden. In Frankreich, Belgien, Österreich und der Schweiz gibt es sie teils schon seit den 1990er Jahren. Die Maaßenstraße ist die erste Berliner Begegnungszone, auch in der Kreuzberger Bergmannstraße wird dieses Konzept seit einiger Zeit erprobt. Allerdings wird darüber sehr kontrovers diskutiert. Vor allem die Geschäftsinhaber stören sich daran, sie beklagen den Wegfall der Parkplätze.

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"Begegnungszonen haben in Berlin einen schlechten Ruf", räumen die Pankower Grünen ein. Allerdings würden Umfragen zeigen, dass sich die Anwohner vor allem über generelles Fehlverhalten ärgerten und nicht über die Zone an sich. Aus Sicht der Grünen eignet sich der Garbatyplatz zudem ideal für die Einrichtung einer Begegnungszone. Dort müsse auf jeden Fall etwas geschehen, der Bahnhof Pankow sei einer der belebtesten Umsteigeorte im Bezirk, dem Platz fehle aber jede Aufenthaltsqualität.

Unklar ist noch, ob auch die SPD, die Teil der rot-rot-grünen Zählgemeinschaft in der Pankower BVV ist, ihre für den Beschluss nötige Zustimmung geben wird. Almuth Tharan von den Grünen erinnert die Genossen jedoch daran, dass man die Begegnungszone schon in der Zählgemeinschaftsvereinbarung gemeinsam 2016 so vereinbart habe. „Es geht auch erst einmal nur um eine Machbarkeitsstudie, da sollen morgen nicht die Bagger anrollen.“ Da es sich um eine Straße des übergeordneten Netzes handle, müsse zudem die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zustimmen.