C&A schließt Filialen in Berlin und Potsdam : Zwei Kaufhäuser stehen vor dem Aus

Der Konzern will Filialen schließen. Hier ein Blick auf das C&A neben dem Rathaus Spandau - und die Häuser in Potsdam und in der Wilmersdorfer Straße.

Ausverkauf.
Ausverkauf.Foto: dpa

C&A schließt Kaufhäuser - auch in Berlin-Spandau? Das Kaufhaus in Berlins größter Fußgängerzone wurde im April 1964 eröffnet. Ein markanter und zentraler Bau, zwischen U-Bahnhof, Rathaus und Karstadt.

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Gar nicht so lange her, da ging es nicht um Schließung, sondern um die Eröffnung des Kaufhauses in der Altstadt. Wann war die eigentlich, fragten wir Sie, die Leserinnen und Leser. Und im Spandau-Newsletter des Tagesspiegel hat sich eine C&A-Mitarbeiterin der ersten Stunde prompt erinnert. "Am 1. April 1964 begann ich meine Lehre bei C&A, eigentlich in Spandau", erzählte sie, "ich musste aber den Monat April noch in die Wilmersdorfer Straße. Die Eröffnung in Spandau war also am 30. April 1964."

Jetzt die Schreck-Nachricht: C&A will 13 Filialen im Land schließen. Doch Berlin-Spandau ist laut dem Branchenblatt "Textilwirtschaft" nicht betroffen. Geschlossen werden hingegen im Frühjahr 2020 die Filialen in der Nachbarschaft: C&A in der Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg (Februar) und in der Nachbarstadt Potsdam (April). Insgesamt hat C&A 450 Kaufhäuser. 

Was stand eigentlich vor dem C&A-Bau an der Stelle in der Altstadt Spandau? Das Altstadt-Management hatte dem Spandau-Newsletter mal geschrieben: „Bis zu einem Brand 1963 stand dort die letzte Wassermühle Berlins.“ Diese nutzte das Wasser des Mühlengrabens zum Antrieb und befand sich am Mühlentor, das später unter dem Namen Potsdamer Tor bekannt wurde. Im Krieg wurde die Mühle von „Schulze & Hoppe“ von Bomben getroffen; 30 Mitarbeiter starben im Frühjahr 1945. Am 17. März 1962 wurde der Betrieb eingestellt.“

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Die Fußgängerzone in Berlin-Spandau. Hinten die Kirche St. Nikolai, vorne rechts Karstadt und C&A (hellere Fassaden).
Die Fußgängerzone in Berlin-Spandau. Hinten die Kirche St. Nikolai, vorne rechts Karstadt und C&A (hellere Fassaden).Foto: André Görke

Betroffen von den aktuellen Schließungsplänen seien Filialen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Berlin und Brandenburg, hatte jüngst ein Konzersprecher gesagt. Konkret geht es um die Filialen Dessau, Rottenburg, Witten, Stadthagen, Neustadt an der Weinstraße, Emden, Tuttlingen, Mülheim Forum, München-Nordheide, Forchheim, Berlin-Wilmersdorf, Lemgo und Potsdam. Der Modehändler ist nach dem jüngsten Ranking des Fachblattes Deutschlands drittgrößter Bekleidungshändler. (mit dpa)

Ganz links (helles Gebäude): das C&A-Filiale neben dem Rathausturm in der Fußgängerzone Berlin-Spandau.
Ganz links (helles Gebäude): das C&A-Filiale neben dem Rathausturm in der Fußgängerzone Berlin-Spandau.Foto: André Görke

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