Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann auf Tauchstation

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Update
Räumung Gerhart-Hauptmann-Schule im Live-Blog : Demonstration in der Ohlauer Straße endet friedlich
Karim El-Helaifi Vinzenz Greiner

11.40 Uhr: Bezirksbürgermeisterin auf Twitter-Entzug

Friedrichshain-Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne), sonst eifrige Twitter-Kommentatorin und Katzenbildversenderin, ist offenbar auf Digital Detox: Ihr letzter Tweet ist nunmehr 24 Stunden alt. Thema: 106. Bezirksamtssitzung. Inhalt: "Heute geht's ums Bauen". Ruhe auch auf ihrer Facebook-Seite. Dort fordern User mittlerweile ein Statement von ihr zu den Ereignissen in ihrem Bezirk.

11.10 Uhr Steinwürfe in Kreuzberg und Friedrichshain

In der Nacht wurden in Kreuzberg und Friedrichshain Steine auf zwei Neubauten geworfen. Der für politische Delikte zuständige Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Dies meldete das Polizeipräsidium. Ein Zusammenhang mit der Hauptmann-Schule liege nahe, hieß es. Um 21.15 Uhr bemerkten Passanten in der Liegnitzer Straße drei vermummte Personen, die zunächst einen Müllcontainer auf die Straße rollten. Anschließend warf einer der Vermummten einen Stein gegen eine Scheibe eines dortigen Wohnhauses. Die äußere Scheibe der Doppelverglasung wurde dadurch beschädigt. Gegen 1.15 Uhr hörten Zeugen in der Simplon- Ecke Döringstraße zahlreiche klirrende Geräusche und alarmierten die Polizei. Anschließend beobachteten sie mehrere Personen, die auf Fahrrädern vom Ort in Richtung Modersohnstraße flüchteten. Die alarmierten Polizisten stellten fest, dass die Fensterfront des Eckgebäudes durch Steinwürfe erheblich beschädigt wurde.

10.50 Uhr: Weiter Verhandlungen in der Schule

Sascha Langenbach, Sprecher des Bezirksamts, verkündet, dass in der Schule weiter verhandelt wird. Flüchtlingsanwälte und drei Stadträte sprächen über mögliche Bedingungen, unter denen die Flüchtlinge, die sich noch in der Schule befinden, diese freiwillig verlassen würden. Es handelt sich wohl um etwa 40 Menschen in der Schule, 15 harren nach den Angaben noch auf dem Dach aus.

Journalisten ist der Zugang zur Schule nicht gestattet. Die Pressekonferenz soll nun via Skype als Videochat stattfinden. Die Unterstützer sammeln sich dafür in einem Café in der Nähe.

10 Uhr: Flüchtlinge laden zur Pressekonferenz

Für den Vormittag hatten Flüchtlinge und Unterstützer eingeladen, um die Öffentlichkeit über die Lage aus ihrer Sicht zu informieren. Doch die Polizei lässt niemanden durch.

9.35 Uhr: Demonstranten bauen Regenschutz

Der Regen setzt den Demonstranten zu. Einige versuchen, an einer BVG-Haltestelle mit Planen einen Unterstand zu bauen. Polizisten gucken zu und wissen nicht so recht, was sie machen sollen: Droht da etwa eine neue Besetzung?

9 Uhr: Protest auf Grünen-Party in der Nacht

Protest gegen die Räumung gab es nicht nur vor der Schule. Auch auf dem Sommerfest, zu dem die Grünen-Fraktion des Abgeordnetenhauses in das Sage-Restaurant in der Köpenicker Straße eingeladen hatte, war die Aktion Thema. Ein junger Mann stieg am Donnerstagabend auf einen Tisch und machte seinem Ärger Luft, dass die Grünen ausgerechnet am Tag der Räumung feierten.

8.45 Uhr: CDU-Bundestagsabgeordnete Steinbach schimpft

Die Kreuzberger Ereignisse beschäftigen nun auch Bundespolitiker: Via Twitter hat sich die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach zu Wort. Unter Anspielung auf die besetzte Schule schrieb sie: „Es darf keine rechtsfreien Räume geben.“

8.30 Uhr: Die ersten Demonstranten sind da

Die ersten Unterstützer der Flüchtlinge versammeln sich an der Polizeiabsperrung Reichenberger / Ecke Ohlauer Straße. Etwa 40 bis 50 Demonstranten stimmen Sprechchöre an.

8.20 Uhr: Flüchtlingsrat fordert Stopp der Aktion

Der Flüchtlingsrat, in dem Organisationen, Beratungsstellen, Flüchtlingsselbsthilfegruppen, Initiativen und Einzelpersonen vertreten sind, hat sich für einen Stopp der Räumung ausgesprochen. Er fordert ein Aufenthaltsrecht für Bewohner der Schule und für die ehemaligen Oranienplatzbesetzer.

Die verhinderte Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule 2014
Im Sommer 2014 herrscht um die besetzte Schule in der Ohlauer Straße eine Art Ausnahmezustand. Die anberaumte Räumung wurde abgebrochen, als Geflüchtete damit drohten, vom Dach zu springen.Weitere Bilder anzeigen
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29.09.2017 17:34Im Sommer 2014 herrscht um die besetzte Schule in der Ohlauer Straße eine Art Ausnahmezustand. Die anberaumte Räumung wurde...

8.08 Uhr: Zur Schule darf niemand durch

Die Straßen rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße sind weiträumig abgesperrt. Vor der Schule selbst stehen etwa 30 Menschen. Die Polizei lässt außer Anwohnern niemanden durch. Es regnet und darüber hinaus passiert gerade nicht viel. Für zehn Uhr allerdings ist eine Pressekonferenz im ersten Stock der Schule geplant - mit Flüchtlingen, Anwälten und Beratern. Interessant wird, ob Journalisten überhaupt durchgelassen werden.

6.25 Uhr: Jetzt wird auf den Bezirk gewartet

Die Nacht ist relativ ruhig verlaufen, berichtet ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen. Es habe ein paar Rangeleien und "Zusammenrottungen" gegeben - "aber nichts dramatisches". Er bestätigt, dass noch immer Flüchtlinge in der Schule sind. Jetzt sei aber erst einmal interessant zu wissen, wie der Bezirk heute im Fall der Gerhart-Hauptmann-Schule und den noch dort verbliebenen Menschen weiter handeln werde.

6.00 Uhr: Polizisten stehen im Regen

Unterstützer der Flüchtlinge holen den Pavillon aus dem Hof, unter dem sich ein paar Polizisten vor dem Regen geschützt haben, und stellen ihn auf dem Dach auf. Über den Verstärker läuft Reggae. Vier Flüchtlinge Rufen in Richtung Hof: "We are here and we will fight, Freedom of movement is everbodys right." Im Erdgeschoss haben die Flüchtlinge die Türen verbarrikadiert.