Erste Flüchtlinge steigen in den Bus zu ihrer neuen Unterkunft

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Update
Räumung Gerhart-Hauptmann-Schule im Live-Blog : Demonstration in der Ohlauer Straße endet friedlich
Karim El-Helaifi Vinzenz Greiner

15.40 Uhr: Piraten kritisieren Bezirk

Die Berliner Piratenfraktion kritisiert in einer Pressemitteilung das übertriebene Auftreten der Polizei. Sie hätten sogar Maschinenpistolen dabei gehabt. Das Vorgehen des Bezirks irritiere massiv, heißt es in dem Schreiben.

15.18 Uhr: Warten am Eingang

Am Eingang der Gerhart-Hauptmann-Schule warten rund 40 Bewohner auf den kommenden Bus, doch der erscheint nicht. Außerdem ist Staatssekretär Bernd Krömer eingetroffen, um sich mit der Polizei zu beraten.

15.12 Uhr: Erster Bus in Charlottenburg

Der erste Bus der Flüchtlinge ist angekommen, vor dem ehemaligen Jugendhotel am U-Bahnhof parkt ein Mannschaftswagen der Polizei.  Koffer werden getragen, Taschen geschultert, 33 Menschen ziehen hier jetzt ein. Die drei Wachleute am Eingang helfen beim Umzug, andere sollen nichts in Hotel. 101 Zimmer hat das Haus "zwei Busse kommen später nach", heißt es. Die Stimmung ist gut, für die neuen Bewohner gibt es erst einmal ein warmes Mittagessen, Wasser, Kaffee, Tee. Erst mal ankommen.

Die verhinderte Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule 2014
Im Sommer 2014 herrscht um die besetzte Schule in der Ohlauer Straße eine Art Ausnahmezustand. Die anberaumte Räumung wurde abgebrochen, als Geflüchtete damit drohten, vom Dach zu springen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 66Foto: dpa
29.09.2017 17:34Im Sommer 2014 herrscht um die besetzte Schule in der Ohlauer Straße eine Art Ausnahmezustand. Die anberaumte Räumung wurde...

14.35 Uhr: Etwa 50 Personen lehnen Angebot ab

Der Linken-Abgeordnete Taş vermutet, dass rund 50 Personen gegen das Angebot des Bezirks sind. Wie mit ihnen weiter verhandelt wird, ist derzeit unklar. Der Bezirk konnte das nicht bestätigen, da die Lage unübersichtlich ist.

14.26 Uhr: Flüchtlinge kommen nach Charlottenburg und Spandau

Mit Polizeieskorte verlässt der erste Bus mit 40 bis 50 Menschen Kreuzberg. Insgesamt 100 Menschen sollen nach Kenntnis des Charlottenburg-Wilmersdorfer Sozialstadtrats Carsten Engelmann (CDU) nahe dem Sophie-Charlotte-Platz untergebracht werden. Dort betreibt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) seit Dezember vorigen Jahres ein als Erstaufnahmestelle gedachtes Heim mit 150 Plätzen in einem ehemaligen Jugendhotel der Sportjugend Berlin. An der Unterbringung der übrigen Flüchtlinge in Spandau ist Engelmann zwar nicht beteiligt, er rechnet aber damit, dass dort die Notunterkunft am Askanierring genutzt wird.

14.05 Uhr: Erste Flüchtlinge nehmen Angebot an

Die ersten zehn Flüchtlinge steigen in einen zweiten Bus, der sie in die neuen Unterkünfte bringen soll. Dafür müssen sie ihre Hausausweise mit Hologramm vorzeigen.

14.00 Uhr: Barrikaden in der Schule

Zwei Flüchtlinge tanzen auf dem Dach der Schule. Offenbar haben sie Blickkontakt mit den Demonstranten in der Ohlauer Straße. Rufe gegen Bezirksstadtrat Panhoff ertönen: "Herr Panhoff, wenn es Tote gibt, sind sie dafür verantwortlich". In der Schule gibt es scheinbar massiven Gegenprotest. Panhoff bestätigt, was Hakan Taş nach seiner Visite sagte: Benzin sei ausgekippt worden. Es gäbe auch Drohungen, das anzuzünden. Die "Widerständler", so Panhoff, hätten außerdem Barrikaden im Treppenhaus gebaut. Die Kräfteverhältnisse in der Schule selbst seien weiterhin unklar. Derweil sind 21 Roma-Familien in eine Unterkunft "in die Nähe" gebracht worden. Ein Ort wurde nicht genannt. "Wir können auch nicht die Roma-Problematik von ganz Kreuzberg lösen", so Panhoff. Ihmzufolge hindern einige Insassen, die mit dem Angebot nicht einverstanden sind, dass andere rauskommen.

13.40 Uhr: Bezirk setzt Gespräche fort

Laut Bezirkssprecher Langenbach gibt es jetzt ein Registrierungsbüro in der Schule, Journalisten kommen nicht rein, da der Bezirk das ablehnt. Nachdem es Proteste gab, dürfen jetzt je ein Abgeordneter der Oppositionsparteien sich ein Bild von der Lage in der Schule machen. Dabei sind: Hakan Taş von der Linkspartei, Canan Bayram von den Grünen und Fabio Reinhardt von den Piraten. Unterdessen geht die Überzeugungsarbeit des Bezirks weiter. Langenbach zufolge bekommt jeder Bewohner ein Hologramm in den Hausausweis, das wiederum als Eintrittskarte für den Bus gelten soll, der die Flüchtlinge in die neuen Unterkünfte der Lageso nach Spandau und Charlottenburg bringen soll. "Wir sprechen intensiv mit denen, den das, was wir bieten, nicht ausreicht", sagt Langenbach. "Nach alter, Kreuzberger Tradition sprechen wir sehr lange mit ihnen", fügte er hinzu. Bislang habe es keine Räumung gegeben. Nicht gesagt wird, was mit denen passiert, die das Angebot trotzdem ablehnen. Das Ziel des Bezirks ist aber, den Umzug noch heute zu beenden. Ein Großteil der 200 Bewohner wolle das offenbar Angebot annehmen, so der Bezirksamtssprecher.

13.25 Uhr: Flüchtlinge erhalten Duldung vom Senat

Die Flüchtlinge sollen in zwei Heime in Spandau und Charlottenburg gebracht werden, erklärte eine Sprecherin von Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Genaue Adressen nannte sie nicht. 211 Flüchtlinge hätten einen Hausausweis für die Hauptmann-Schule. Für sie gelte das Angebot des Senats für eine Duldung und Prüfung ihrer Asylverfahren "analog der Vereinbarung zum Oranienplatz", sagte die Sprecherin. "Untergebracht werden alle Flüchtlinge, die freiwillig gehen."

13.20 Uhr: Nur noch per Registrierung in den Bus

Ein großer Linienbus hält vor dem Seiteneingang in der Reichenberger Straße, die wartenden Roma-Familien ein. Aus Platzmangel hat der Bezirk begonnen, nur Personen mitnehmen, die registrierte Bewohner der Schule sind.

13.07 Uhr: Kreuzung mit Gerangel geräumt

Mit reichlich Gerangel hat die Polizei die Kreuzung Ohlauer Straße Ecke Reichenberger Straße freigeräumt. Von Neukölln aus sollen die Busse vor die Schule fahren, um die Flüchtlinge in die neuen Unterkünfte zu fahren. Etwa 300 Unterstützer sind derzeit vor Ort.

12.57 Uhr: Einfahrt der Busse wird vorbereitet

Die Polizei bereitet die Einfahrt der Busse vor, die Absperrungen werden erweitert. Von einem Seiteneingang der Schule, in der Reichenberger Straße, werden Roma-Familien rausgebracht. Vor dem Gebäude stehen Polizeiwagen und Krankenwagen. Unklar ist, wohin sie gehen sollen, denn das Angebot für die Alternativ-Unterkunft gilt nicht für sie.

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